OB-Wahl in Kornwestheim Noch nicht in Stein gemeißelt
Beim zweiten Wahlgang werden die Karten neu gemischt. Nico Lauxmann kann sich noch nicht sicher fühlen, meint unsere Autorin Anne Rheingans.
Beim zweiten Wahlgang werden die Karten neu gemischt. Nico Lauxmann kann sich noch nicht sicher fühlen, meint unsere Autorin Anne Rheingans.
Dass im ersten Wahlgang weder einer der fünf Bewerber noch die einzige weibliche Kandidatin mehr als 50 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, mag nicht überraschen. Auch nicht, dass Nico Lauxmann (CDU) klar die Nase vorne hatte. Der Schwieberdinger Bürgermeister hat im Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaberin Ursula Keck die besten Chancen. Das war abzusehen. Allzu sicher sollte er sich aber noch nicht fühlen, denn die OB-Wahl wird in Kornwestheim nun erst im zweiten Durchgang entschieden. Dann werden die Karten neu gemischt.
Jetzt haben weitere Kandidaten die Möglichkeit, ihren Hut noch in den Ring zu werfen. Schon vor Wochen hat Friedhild Miller ihre Bewerbung angekündigt. Die Dauerkandidatin aus Böblingen hat es zwar bisher noch nicht geschafft, eine Wählbarkeitsbescheinigung vorzulegen. Doch selbst wenn es ihr nicht mehr gelingen sollte: Es muss damit gerechnet werden, dass noch weitere Kandidaten in den Wahlkampf eingreifen. Das hat jüngst auch das Beispiel Korntal-Münchingen gezeigt, wo eine Bewerberin erst im zweiten Wahlgang angetreten ist.
Verändern kann sich die Lage auch dann, wenn ein Kandidat oder sogar mehrere ihre Bewerbung zurückziehen. Dann können neue Dynamiken entstehen, unter anderem wenn sich frühere Kontrahenten verbünden und ihre Unterstützer so mobilisieren, dass sich die Kräfte gegen den Favoriten bündeln. Denkbar wäre es. Es bleibt also spannend, wie viele und welche Bewerber sich am 9. Juli dem Wählervotum stellen.
Entspannt zurücklehnen können sich daher alle diejenigen nicht, die es im zweiten Wahlgang noch einmal wissen wollen. Auf die Bewerber kommen zwei weitere anstrengende Wochen Wahlkampf zu.
Ebenfalls wenig überraschend, aber mehr als bedauerlich ist die geringe Wahlbeteiligung. Mit rund 42 Prozent liegt sie zwar in etwa im Landesdurchschnitt. Bei dem großen Feld an Bewerbern hätte die Wahl jedoch mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Ob sich das in nur zwei Wochen steigern lässt, darf bezweifelt werden. Ob Frust oder Desinteresse: Die Menschen in Kornwestheim wieder stärker für die Kommunalpolitik zu begeistern, das ist auch etwas, was der oder die künftige OB anpacken sollte.