OB-Wahl in Leinfelden-Echterdingen Raiko Grieb will Rathauschef werden
Die Stuttgarter kennen den 45-Jährigen als engagierten Bezirksvorsteher im Süden ihrer Stadt. Nun will der Sozialdemokrat Rathauschef in Leinfelden-Echterdingen werden.
Die Stuttgarter kennen den 45-Jährigen als engagierten Bezirksvorsteher im Süden ihrer Stadt. Nun will der Sozialdemokrat Rathauschef in Leinfelden-Echterdingen werden.
An diesem Donnerstag wird Raiko Grieb seine Bewerbungsunterlagen im Rathaus von Leinfelden-Echterdingen abgeben. Der Mann, der gerade seinen 45. Geburtstag gefeiert hat, will Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen werden und ist neben David Armbruster, Grünen-Stadtrat in Leinfelden-Echterdingen, und Otto Ruppaner, Bürgermeister von Köngen, der Dritte im Bunde, der seine Kandidatur bekannt gibt.
„Leinfelden-Echterdingen ist eine spannende, stolze und wirtschaftsstarke Stadt“, sagt er. „Die auch noch finanziell gut da steht.“ Raiko Grieb verbindet viel Positives mit der Kommune. Er erinnert sich noch gut an die Comics des Ehapa-Verlages, der seinen Sitz in Leinfelden-Echterdingen hatte. Die hat er als Kind verschlungen. Durch das Siebenmühlental ist er schon öfters mit seiner Frau spaziert. „Freunde wohnen in Leinfelden-Echterdingen“, sagt er.
Der Mann lebt mit seiner Familie in Stuttgart-Vaihingen. Als Bezirksvorsteher von Stuttgart-Süd vermittelt er zwischen Stadträten und Bürgern, regt Fahrradstraßen an, organisiert Willkommensfeste. Seine Brötchen verdient er als Vize-Leiter des Referats Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsrecht im Wirtschaftsministerium; ist dort Personalrat. Er kennt also beides: Verwaltung und Kommunalpolitik. Er war Parlamentarischer Berater für Wirtschaftspolitik der SPD-Landtagsfraktion. Er hat Politikwissenschaft in Bamberg und in Belgien studiert.
Sein Entschluss für den OB-Posten in Leinfelden-Echterdingen zu kandidieren, ist bei einer Radtour im August gefallen. Der zweifache Familienvater ist an diesem Tag einmal quer durch die Kommune geradelt, um sich ein Bild von ihr zu machen und war positiv überrascht. „Ja, das könnte was sein“, habe er da gedacht. Und: „Ich mach’s, obwohl ich mich im Ministerium und im Stadtbezirk sehr wohl fühle.“ Die Familie hat sich dann gemeinsam für diesen Schritt entschieden. „Kopf und Herz haben den Ausschlag gegeben“, fasst Raiko Grieb zusammen. Manchmal müsse man eben durch eine Tür gehen, die sich auftut, erklärt er unserer Zeitung.
Der Sozialdemokrat beschreibt sich „als verbindlich, engagiert, gegenüber Neuem aufgeschlossen“. Er wird von der örtlichen SPD unterstützt. Dennoch will er als unabhängiger Kandidat antreten, „für alle Bürgerinnen und Bürger da sein“. Er hat sich vorgenommen, Leinfelden-Echterdingen als Wirtschaftsstandort zu stärken. Die Gewerbesteuereinnahmen seien wichtig, damit Schulen saniert, das Hallenbad erneuert werden kann. Für die Kitas der Stadt und für die Stadtverwaltung müsse eine aktive Personalpolitik betrieben werden. Raiko Grieb will sich um eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung kümmern. Er schätze die unverzichtbare ehrenamtliche Arbeit von Vereinen, Initiativen und Organisationen. „Dieses Engagement ist der Kitt für eine Stadtgesellschaft“, schreibt er in einer Stellungnahme.
Bis zur OB-Wahl am 3. Dezember und danach – will er mit den Menschen vor Ort sprechen, ihre Sichtweisen und Ideen kennenlernen. Eine frühzeitige Beteiligung der Bürger hält er bei der Diskussion um die Zuwanderung und den Bau von Flüchtlingsunterkünften für wichtig. Dabei sollten Fakten vermittelt und keine falschen Hoffnungen geweckt werden.
Wahl
Der bisherige Oberbürgermeister Roland Klenk wird im Frühjahr 2024 in den Ruhestand gehen. Am Sonntag, 3. Dezember, können die Menschen, die in Leinfelden-Echterdingen leben, entscheiden, wer ihm ins Amt folgt. Wenn eine Stichwahl notwendig wird, wird diese zwei Wochen später am Sonntag, 17. Dezember, über die Bühne gehen. Bewerbungen sind noch bis zum Montag, 6. November, 18 Uhr möglich.
Vorstellung
Die Stadt organisiert vier Termine, in jedem Stadtteil einem, bei denen sich die zugelassenen Kandidaten und Kandidatinnen vorstellen: am 13. November, 19.30 Uhr in der Leinfelder Filderhalle, am 16. November, 19.30 Uhr in der Musberger Sport- und Festhalle, am 20. November, 19.30 Uhr im Echterdinger Walter-Schweizer-Kulturforum und am 23. November, 19.30 Uhr in der Stettener Festhalle.