Die Frauen des VfB Stuttgart gewinnen in der Oberliga 1:2 gegen den TSV Neckarau und sind Herbstmeister. Der erlösende Siegtreffer fiel allerdings erst sehr spät.

Volontäre: Lotta Wellnitz (loz)

Die Frauen des VfB Stuttgart gewinnen ihr letztes Hinrundenspiel in der Oberliga Baden-Württemberg mit 2:1 (1:1) gegen den TSV Neckarau. Damit steht das Team von Trainer Heiko Gerber mit 32 Punkten aus dreizehn Spielen auf dem ersten Tabellenplatz und geht als Herbstmeister in die lange Winterpause.

Wer an diesem Sonntag auf dem Sportplatz im Mannheimer Stadtteil Neckarau vorbeischaute, sah ein unterhaltsames und ausgeglichenes Oberligaspiel zwischen dem Favoriten aus Stuttgart und dem Tabellensiebten aus Neckarau. Beide Teams erspielten sich vor rund 90 Zuschauern gute Chancen. Eine der ersten konnte der VfB für sich nutzen: Bereits nach fünf Minuten landete eine direkte Ecke von VfB-Spielerin Chiara-Michelle Marziniak im Tor. Danach konnte das Team mit dem roten Brustring allerdings nicht nachlegen und musste in der 30. Spielminute den 1:1 Ausgleich durch Neckaraus Elena Mathes hinnehmen.

Und dennoch: Zur Halbzeit war Trainer Heiko Gerber mit der Leistung und dem Engagement seiner Mädels zufrieden, einzig der letzte Pass, der letzte Zug zum Tor fehle noch, sagte er in der Kabine.

Nach der Pause kam seine Mannschaft besser ins Spiel, drückte auf das zweite Tor. Gelingen wollte ein Treffer allerdings nicht – zumindest vorerst. Dazu machten die VfB-Frauen zunehmend Fehler im Spielaufbau, hatten das eine oder andere Mal Glück, das auch Neckarau seine Chancen nicht nutzte. Aufgeben wollte der Tabellenführer der Oberliga aber nicht und spielte weiterhin nur auf ein Tor. In der dritten Minute der Nachspielzeit wurden die VfB-Frauen dann erlöst: Stürmerin Anja Selensky umkurvte die gegnerische Torfrau und schoss den Ball noch im Fallen in Richtung Tor. Neckaraus Jule Riegler wollte klären und beförderte den Ball ins eigene Netz.

Beide Trainer zufrieden mit Leistung ihrer Teams

Nach dem Last-Minute-Sieg war die Freude beim Team und allen mitgereisten Fans groß – und auch Trainer Heiko Gerber war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „Die Mädels haben vor allem in der zweiten Hälfte ein ordentliches Spiel gemacht. Wir waren spielbestimmend, haben nach hinten eigentlich gar nichts zugelassen und nach vorne zwei, drei gute Möglichkeiten gehabt, die müssen wir eigentlich machen.“ Von daher gehe der Sieg in puncto Chancen schon in Ordnung, obwohl er am Ende durch das Eigentor natürlich glücklich gewesen sei, sagte er. Auch Neckarau hätte ihn verdient gehabt. Der VfB Trainer lobte allerdings auch den TSV Neckarau, der eine gute Mannschaft sei, die mutig versucht habe, hinten raus zu spielen.

Ähnlich fiel auch das Fazit von Neckaraus Trainerin Lena Trentl aus: „Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben uns vorher vorgenommen so Fußball zu spielen, wie wir es können. Und ich glaube, das haben wir gezeigt.“ Das späte Eigentor ihrer Mannschaft sei ärgerlich, da habe der VfB „einfach schneller geschaltet.“ Unterm Strich sei sie aber zufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft.

Für beide Mannschaften geht es jetzt in die lange Winterpause. Der VfB bestreitet sein nächstes Oberligaspiel erst am 12. März, dann trifft er auswärts auf den TSV Crailsheim. Für den TSV Neckarau geht es am 5. März zum FV 09 Niefern.