Öko-Bank GLS-Bank fordert eine Klimaschutz-Abgabe

Von Klaus Dieter Oehler 

Die GLS-Bank konzentriert sich auf ökologische und nachhaltige Projekte. Das Öko-Kreditinstitut, das Kitas und Windparks finanziert, hat im vergangenen Jahr mehr Kredite vergeben.

GLS-Chef Thomas Jorberg  fordert ein höheres Tempo beim  Klimaschutz. Foto: GLS-Bank
GLS-Chef Thomas Jorberg fordert ein höheres Tempo beim Klimaschutz. Foto: GLS-Bank

Frankfurt - Die auf ökologische und nachhaltige Projekte konzentrierte GLS-Bank aus Bochum fordert von der deutschen Wirtschaft mehr Tempo beim Klimaschutz. Während der Bedarf an effektiven Maßnahmen ständig zunehme, werde auf vielen Gebieten noch zu wenig investiert, sagte Bankchef Thomas Jorberg in Frankfurt. „Die Versäumnisse führen zu hohen Kosten, da die notwendigen Anpassungen umso drastischer ausfallen werden.“ Als Beispiel nannte der GLS-Chef die Landwirtschaft, die ihre Treibhausgasemissionen vor einigen Jahren noch um 14 Prozent hätte reduzieren müssen. Heute sind es bereits über 30 Prozent, die bis 2030 eingespart werden müssen. Im Energiesektor seien es sogar 62 Prozent.

Jorberg plädiert daher für eine sofortige Einführung einer CO2-Abgabe. „Noch haben wir die Chance, mit 40 Euro pro Tonne CO2 einzusteigen. Dies ist für Unternehmen und Privathaushalte gut verträglich. Aber je länger wir warten, desto höher muss der Preis ausfallen. Und dann wird es zu sozialen Verwerfungen und wirtschaftlichen Einbrüchen ungeahnten Ausmaßes kommen“, warnt er.

Um deutlich zu machen, auf welchen Gebieten die GLS-Bank ihre Kunden bei umweltschonenden Projekten unterstützt, spricht das Institut, anders als die Wettbewerber, die Namen und Vorhaben ihrer Kunden offen aus. Ärztehäuser, Kitas, Windparks oder Wohnprojekte finden sich auf der Liste. Durch diese Transparenz will die GLS unter Beweis stellen, dass sie mit dem Geld ihrer Kunden nicht spekuliert, sondern das Kapital sinnvoll einsetzt, beispielsweise durch Kredite für soziale und ökologische Projekte. Immerhin ist das Kreditvolumen von Deutschlands führender Alternativbank im vergangenen Jahr erneut gewachsen – um elf Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Das Geschäftsvolumen kletterte an die Marke von zehn Milliarden Euro. 4,7 Milliarden Euro (plus 13 Prozent) haben die Kunden der Bank zur Anlage anvertraut.

Ein Drittel des Kreditvolumens dient dem Klimaschutz

Die Bochumer Bank, die über Standorte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, München und Stuttgart verfügt, wirbt damit, dass sie mit dem angelegten Geld unter anderem die ökologische Landwirtschaft, Wohnungsgenossenschaften und die Energiewende finanziert. Ein Drittel des Kreditvolumens diene dem Klimaschutz, sagt GLS-Vorstandsmitglied Aysel Osmanoglu. Mit Hilfe eines Fonds will die Bank Anleger dazu ermutigen, in mittelständische Firmen zu investieren, die auf Recycling oder Müllbegrenzung setzen.

Das Kürzel GLS steht für „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“. Von Anthroposophen wurde das Geldhaus 1974 gegründet. Das Institut, das derzeit rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zum Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Eigentümer der GLS sind die Mitglieder der Genossenschaftsbank. Ihre Zahl hat sich 2018 um 4,5 Prozent auf 48 400 erhöht. Das GLS-Management strebt – wie im Vorjahr auch – eine Dividende von zwei Prozent an.