Pferdemarkt in Filderstadt-Bernhausen Schönheitsköniginnen auf vier Hufen

Von Götz Schultheiss 

Aus Sicht der Veranstalter ist der Bernhäuser Pferdemarkt am Samstag ein Erfolg gewesen. Dabei kürte eine Jury Schöheitsköniginnen auf vier Hufen und Pferde zogen durchs Zentrum des Filderstädter Stadtteils.

Einige Pferdegespanne sind beim Umzug durchs Bernhäuser Zentrum gezogen. Foto: Götz Schultheiss
Einige Pferdegespanne sind beim Umzug durchs Bernhäuser Zentrum gezogen. Foto: Götz Schultheiss

Bernhausen - Der Bernhäuser Pferdemarkt mit Umzug durch das Ortszentrum am Wochenende ist aus Sicht des veranstaltenden Fördervereins zur Erhaltung des Bernhäuser Pferdemarkts ein Erfolg gewesen. „Seit wir das Preisgeld für die Prämierung der Pferde erhöht haben, kommen wieder mehr Einzelpferde und Gespanne. Dieses Mal waren es 180 Anmeldungen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Matthias Schaber. Allerdings sei der Pferdemarkt inzwischen nur noch Schau fürs Publikum: „Der letzte Pferdehändler ist vor vier Jahren bei uns gewesen, seither gibt es keinen richtigen Markt mehr. Für die Zuschauer ist der Pferdemarkt aber dennoch attraktiv: „Das Interesse am Pferd steigt seit zwei Jahrzehnten, allerdings reiten in den Vereinen überwiegend Mädchen.“ Durch den Reitboom sei auch der Beruf des Hufschmieds erhalten geblieben.

Kaltblütige Schwarzwälder und warmblütige Alt-Württemberger

Für Pferdezüchter allerdings ist der Markt eine gelungene Präsentationsveranstaltung. Monique Müller vom Hofgut Ammerhalde aus Oberrot züchtet Schwarzwälder Kaltblüter, die kleinste Kaltblutrasse, und betreibt eine Pferdepension. Ihre 2008 geborene Staatsprämien-Leistungsstute Lenie mit braunem Fell und weißer Mähne war eine von zwei Siegerstuten auf dem Markt. „Sie hat die Jury mit ihrem Schritt, ihrem Wesen und ihrer Abstammung überzeugt.“ Die Schwärzwälder seien ihres ehrlichen Charakters wegen Familienpferde und geeignet für Reiten in allen Sparten, auch in der Dressur und kleineren Springturnieren, als Therapiepferde, aber auch als Rückepferd bei der Waldarbeit.

Christine Zwicker aus Göppingen hat sich der Zucht von Alt-Württemberger Warmblütern verschrieben. „Sie sind ruhiger als andere Warmblüter und ideal zum Reiten, fürs Voltigieren und die Therapie“, sagte sie. Früher seien Alt-Württemberger die Allrounder in der Landwirtschaft gewesen. „Am Wochenende sind die Bauern dann mit den Pferden auf Turnieren geritten.“ Christine Zwickers 20-jährige Stute Sissi ist ebenfalls von der Jury ausgezeichnet worden und hat eine blaue Schleife um den Hals bekommen. „Sie hat gemerkt, dass sie die schönste ist und so richtig zufrieden vor sich hingelächelt. Pferde spüren die Anerkennung“, sagte die Züchterin.

Ein Pferd darf man niemals enttäuschen

Im Einsatz sind Pferde noch bei der Polizei und die war mit zwei Wallachen, kastrierten Hengsten, präsent. Lux heißt der 21 Jahre alte Württemberger Schimmel, ein einsatzerprobter Veteran. Sein brauner Kollege ist 21 Jahre alt. „Wir sind auf friedlichen Veranstaltungen wie hier beim Pferdemarkt dabei, aber auch bei Fußballspielen und bei Demonstrationen“, sagte Kommissar Werner Goller, der an seinem Wochenende die beiden Polizeimeisterinnen Dagmar Müller und Jenny Zengerle begleitete. Weil Polizisten auch schießen müssen und auf Demos oft Böller fliegen, müssen Polizeipferde schussfest sein: „Pferde sind Fluchttiere. Man mus sie langsam an Lärm gewöhnen. Das geht nur mit Vertrauen. Man darf ein Pferd niemals enttäuschen“, sagte Werner Goller. Jeder Polizist in der Staffel habe ein Stammpferd, für das er verantwortlich sei, aber das Pferd könne dennoch von einem Kollegen geritten werden: „Die Beziehung ist nicht ganz so personenbezogen wie mit den Polizeihunden.“




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