Pilotprojekt in Stuttgart Plieningen schafft sich eine Solarbank an

Von Jacqueline Fritsch 

Ausgewählte Stuttgarter Stadtbezirke bekommen zu Testzwecken Sitzbänke, die Handys aufladen können. Stuttgart-Plieningen möchte das auch – und bezahlt deshalb nun selbst dafür.

Aufladen per Sitzbank Foto: Firma Messwerk (z)
Aufladen per Sitzbank Foto: Firma Messwerk (z)

Filder - Kostenlos im Internet surfen, gleichzeitig das Handy aufladen und dabei auf einer Parkbank an der frischen Luft sitzen: Das ermöglicht die sogenannte iBench – oder auch Solarbank – die bald in ausgewählten Stuttgarter Stadtbezirken aufgestellt wird. Degerloch, Botnang, Feuerbach und Stuttgart-West sollen unter den ersten sein.

Wie der Name schon sagt, speichert eine Solarbank Solarenergie. Über die werden dann Smartphones und bei bestimmten Modellen auch E-Bikes oder E-Scooter aufgeladen. Bis zu vier Geräte gleichzeitig können entweder per USB-Kabel angeschlossen oder kontaktlos und induktiv mit Strom versorgt werden. Je nach Modell gibt es auch die Möglichkeit, einen WLAN-Hotspot zu erzeugen, der etwa bis zu zehn Meter rund um die Sitzbank für eine kostenlose Internetverbindung sorgt.

Hoffnung auf kostenlose Solarbank bleibt bestehen

In Plieningen schaut man schon seit längerer Zeit etwas neidisch auf die Bezirke, die von den Stadtwerken Stuttgart und der BW-Bank im Zuge des Pilotprojekts eine Solarbank bekommen. Bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats haben sich die Abgeordneten deshalb einstimmig dafür ausgesprochen, ihr Interesse bei den Stadtwerken noch einmal deutlich zu machen. Erfolg versprechen sich die Beiräte davon, weil Thomas Plagemann (Grüne) herausgefunden haben will, dass Plieningen auf einem Nachrückplatz stehe und eine Solarbank bekommt, wenn beispielsweise Degerloch oder Stuttgart-West das Angebot ablehnen. Die Stadtwerke können das gegenüber unserer Zeitung nicht bestätigen: „Im Dezember wird die erste Solarbank in Botnang kommen, mit anderen Stadtbezirken sind wir derzeit noch im Austausch“, sagt Karoline von Graevenitz, Sprecherin der Stadtwerke. Sicher seien also auch Degerloch, Feuerbach und Stuttgart-West nicht, obwohl diese Bezirke bereits im Sommer im Gespräch um die ersten Stuttgarter Orte für eine Solarbank waren.

„iBench“ soll vor Bezirksrathaus stehen

Unabhängig davon, ob Plieningen doch noch von den Stadtwerken eine Bank finanziert bekommt, wird es im Bezirk jedenfalls bald eine geben. Die zahlt der Bezirksbeirat nämlich selbst. Den Kosten in Höhe von 5700 Euro hat das Gremium am vergangenen Montag mehrheitlich zugestimmt. Lediglich Gerhard Hütter (SÖS/Linke-Plus) sprach sich gegen die Idee aus: „Wer soll das denn nutzen?“, fragte er. Die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel ist da zuversichtlicher: „Ich glaube schon, dass es hier genug Leute gibt.“

Die Solarbank wird voraussichtlich am Bezirksrathaus aufgestellt. Da das zwischen der Uni Hohenheim und der Stadtbahnhaltestelle Plieningen liegt, würden genügend potenzielle Nutzer vorbeikommen, so der Tenor des Bezirksbeirats.

Sollten die Bemühungen bei den Stadtwerken noch erfolgreich sein, würden sich die Bezirksbeiräte über eine zweite, für sie dann kostenlose, Sitzbank freuen. Diese würde voraussichtlich in Birkach aufgestellt werden.

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