Politische Neujahrsempfänge Ein Fan des Standorts Deutschland spricht in Leonberg

Von Thomas K. Slotwinski 

Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist bei den Freien Wählern. CDU holt Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Auch SPD und FDP haben prominente Gäste.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp spricht am Freitag in Leonberg. Foto: Trigema
Trigema-Chef Wolfgang Grupp spricht am Freitag in Leonberg. Foto: Trigema

Leonberg - Mit dem Hubschrauber, mit dem er sonst gerne unterwegs ist, wird Wolfgang Grupp wohl kaum vor der Leonberger Stadthalle landen. Außergewöhnlich dürfte der Auftritt des Trigema-Chefs aber werden, wenn er an diesem Freitag beim Neujahrsempfang der Freien Wähler die Hauptrede hält.

Denn der 76-Jährige ist nicht irgendein Unternehmer. In Grupps Stammhaus in Burladingen auf der Schwäbischen Alb werden Sportbekleidung oder Unterwäsche noch selbst hergestellt. Von Billigproduktionen in Fernost hält der Chef nichts. Selbst beim Materialeinkauf hält er es europäisch: „Das Garn kaufen wir in Griechenland, alles andere machen wir selbst“, erklärt er sein Geschäftsmodell. Eine Philosophie, mit der er sich unabhängig vom brutalen Gebaren in der Textilindustrie machen will.

Chef setzt auf seine Mitarbeiter

Kein Wunder also, dass er das Motto seines Vortrags „Deutschland – noch ein Standort mit Zukunft!“ mit einem großen Ausrufezeichen versieht. Grupp setzt auf die Leistung und Verbundenheit seiner 1200 Beschäftigten und kümmert sich auch um die 45 Outlets in ganz Deutschland selbst. Einmal im Jahr schaut er in jeder Filiale nach dem Rechten. Mit Hubschrauber ist er fix an der Waterkant oder am Bodensee.

Mit der Einladung des Trigema-Chefs verlassen die Freien Wähler zwar ihre Praxis, bei den Neujahrsempfängen lokale Akteure zu Wort kommen zu lassen. „Doch Grupps Botschaft, dass der Standort Deutschland ein guter ist, trifft gerade auf unsere mittelständisch geprägte Region absolut zu“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende Wolfgang Schaal. „Und deshalb passt er sehr gut zu uns nach Leonberg.“

Der Neujahrsempfang am Freitag, 10. Januar, 19 Uhr, im großen Saal der Leonberger Stadthalle ist öffentlich.

AKK will Versprechen einlösen

Einen prominenten auswärtigen Gast hat auch die CDU zu bieten. Am Freitag, 24. Januar, 19 Uhr, kommt die Verteidigungsministerin und CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in die Stadthalle. Eine Parteichefin und mögliche Kanzlerkandidatin im eher beschaulichen Leonberg? „Warum denn nicht?“, fragt der Stadtverbandsvorsitzende Oliver Zander. Schon einmal hatte er sie eingeladen. Damals, kurz nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin, hatte AKK kurzfristig abgesagt, nicht ohne zu versprechen, bei nächster Gelegenheit nach Leonberg zu kommen. „Daran habe ich sie jetzt erinnert“, sagt Zander, der als Vize-Bundeschef der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT öfters in Berlin zu tun hat. „Und sie hat zugesagt.“

Nicht nur wegen der aktuellen Iran-Krise sind die Sicherheitsvorkehrungen beim AKK-Gastspiel sehr hoch. „Eine Verteidigungsministerin gilt als extrem gefährdet“, weiß Zander. „Da kommen die Sicherheitsleute aus Berlin schon vorher.“

Landesvorsitzender Stoch bei der SPD

Wohlklingende Namen haben auch die beiden anderen Gastgeber der politischen Neujahrsempfänge in Leonberg zu bieten: Zur SPD kommt am Freitag, 17. Januar, 19 Uhr, der baden-württembergische Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch in die Steinturnhalle. Der frühere Kultusminister konnte nach seiner Wahl zum Landesvorsitzenden vor gut anderthalb Jahren die auseinanderdriftende Partei weitgehend wieder stabilisieren und hat innerhalb der SPD eine gewichtige Stimme.

FDP begrüßt IHK-Geschäftsführer Schmalzl

Zum Finale der Leonberger Neujahrsempfänge bittet die FDP am Freitag, 31. Januar, um 19.30 Uhr in den Galerieverein. Dort knüpft der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer thematisch an den Vortrag von Wolfgang Grupp an: Johannes Schmalzl wird die „Lust auf Unternehmertum“ erläutern.

Die Ausführungen des einstigen Stuttgarter Regierungspräsidenten dürften nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch geprägt sein. Denn wie politische Macht funktioniert, musste der FDP-Mann selbst erfahren: Nachdem Grün-Schwarz im Frühjahr 2016 die Regierung übernommen hatte, wurde Schmalzl von Ministerpräsident Kretschmann in den einstweiligen Ruhestand versetzt.




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