Politischer Aschermittwoch der FDP Thomas Kemmerich sagt Auftritt in Karlsruhe ab

Von red/dpa 

Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich wird nicht beim politischen Aschermittwoch der FDP in Karlsruhe auftreten. Der Thüringer Politiker sieht sich mit Morddrohungen konfrontiert.

Thomas Kemmerich erhielt nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten in Thüringen Morddrohungen. Foto: dpa/Martin Schutt
Thomas Kemmerich erhielt nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten in Thüringen Morddrohungen. Foto: dpa/Martin Schutt

Stuttgart - Der Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat seinen ursprünglich geplanten Auftritt beim politischen Aschermittwoch der baden-württembergischen FDP in Karlsruhe abgesagt. Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstag): „Wir haben die Situation mit ihm diskutiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass aufgrund der politischen Entwicklung und der Sicherheitslage ein Auftritt nicht sinnvoll wäre.“ Kemmerich werde im Moment wegen Morddrohungen und Anfeindungen besser bewacht als der US-Präsident. „Da hätte man in Karlsruhe die Veranstaltung sichern müssen wie Fort Knox“, meinte Rülke. Im legendären Fort Knox wird die amerikanische Goldreserve gelagert.

Kemmerich nur noch geschäftsführend im Amt

Kemmerich hatte sich am 5. Februar mit Stimmen von FDP, CDU und AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen lassen. Nach großem politischen Druck trat er zurück. Seitdem ist er nur noch geschäftsführend und ohne Minister im Amt. Beim Aschermittwoch der Südwest-FDP wird nun am Mittwoch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Graf Lambsdorff, reden.

Rülke sagte, im Zuge der Vorgänge in Thüringen verzeichneten die Liberalen in Baden-Württemberg etwa 20 Austritte von Mitgliedern. „Aus den Rückmeldungen sehen wir, dass es keine Zweifel an der festen demokratischen Haltung der FDP gibt“, meinte er. Die Partei hat in Baden-Württemberg nach Angaben eines Sprechers rund 7850 Mitglieder.