Polizeikontrollen in Stuttgart Gefährlicher Leichtsinn: Tausende Autofahrer ohne Gurt unterwegs

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Vergessen, nur eine kurze Strecke – die Ausreden von Gurtmuffeln sind vielfältig. Allein in Stuttgart sind im vergangenen Jahr rund 5000 Autofahrer ohne Anschnallgurt erwischt worden.

Anschnallen ist nicht für jeden Autofahrer selbstverständlich. Foto: mauritius images
Anschnallen ist nicht für jeden Autofahrer selbstverständlich. Foto: mauritius images

Stuttgart - Offenbar fehlt es vielen Autofahrern in Baden-Württemberg an der Einsicht, dass Sicherheitsgurte Leben retten können. Im vergangenen Jahr sind 130 000 Fahrer im Land ohne Sicherheitsgurt erwischt worden. Gut 10 000 von ihnen waren auf den Autobahnen unterwegs. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor. In Stuttgart werden laut Ordnungsamt jedes Jahr um die 5000 Gurtmuffel am Steuer erwischt. Die Zahlen der festgestellten Verstöße gegen die Anschnallpflicht bewegen sich seit Jahren auf einem ähnlich hohen Niveau.

Hoch ist auch der Anteil der Fahrer, die ums Leben kamen, weil sie ohne Sicherheitsgurt im Auto saßen. Etwa ein Viertel der 205 im vergangenen Jahr am Steuer tödlich Verunglückten ging auf den fehlenden Sicherheitsgurt zurück. „51 Menschen könnten noch leben, wenn sie angeschnallt gewesen wären“, sagt Ministeriumssprecher Renato Gigliotti.

Ministerium setzt auf Kontrollen

Laut der Stuttgarter Polizei sagen viele erwischte Gurtmuffel, sie hätten vergessen, sich anzuschnallen. Aber „in Zeiten moderner Fahrzeugtechnik mit lauten Signaltönen, wenn der Gurt nicht eingesteckt ist, ist es häufig eine bewusste Entscheidung, sich nicht anzuschnallen. Eine Entscheidung, die das Leben kosten kann“, sagt der Sprecher des Innenministeriums.

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Die Polizei weist darauf hin, dass auch auf kurzen Strecken Geschwindigkeiten erreicht werden, bei denen ein Unfall schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Daher haben die Beamten für die andere häufige Ausrede, man sei „nur kurz“ unterwegs gewesen, wenig Verständnis. Das Innenministerium will den Druck durch Kontrollen aufrechterhalten. Gleichzeitig setze man mit der Kampagne „Sei nicht dumm“ auf Aufklärung.

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