Pony auf der Jugendfarm Riedenberg Damit beim dicken Emil die Pfunde purzeln

Von Caroline Holowiecki 

Der alte Longierplatz auf der Jugendfarm in Stuttgart-Riedenberg soll wieder flott gemacht werden. Finanziell stemmen kann der Verein das aus eigener Kraft nicht, daher sammelt er Spenden. Zugpferd der Aktion ist das beliebte Pummel-Pony Emil.

Nabila Schapals, Markus Dinkelacker – und  der Kinderliebling Emil Foto: Caroline Holowiecki
Nabila Schapals, Markus Dinkelacker – und der Kinderliebling Emil Foto: Caroline Holowiecki

Riedenberg - Wo einst Sand war, sprießt üppig Gras, Brennnesseln und Disteln drängen seitlich heran, der kaputte Holzzaun hält die Pflanzen nicht zurück. Dass das ein Longierplatz ist, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Seit etwa fünf Jahren wird das runde Feld auf der Jugendfarm Riedenberg kaum mehr genutzt, um Pferde an der Leine im Schritt, Trab und Galopp zu führen. „Unten sind ein Vlies und Sand ausgelegt, doch es ist immer mehr Gras durchgekommen. Es rauszureißen, ist viel Arbeit, es kommt immer wieder“, sagt Nabila Schapals (27), die hier schon als Kind gespielt hat und mittlerweile als Duale Studentin zum Team gehört.

Doch jetzt soll es dem Wildwuchs an den Kragen gehen. Der 13 Jahre alte Longierzirkel soll flottgemacht werden, um die Pferde, die auf dem Gelände leben, besser und zuverlässiger auslasten zu können. Ein neuer Belag muss aufgebracht werden, außerdem gehört der Zaun repariert. Aber das kostet. 3000 Euro muss der Verein aufbringen, hat Markus Dinkelacker (41), einer der Hauptamtlichen, errechnet.

Das würde nur 50 Prozent der Kosten abdecken

Ins Geld geht, dass für den sogenannten Fallschutz nur bestimmtes Material nach DIN-Norm ausgebracht werden darf, unter anderem, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Daher ist die Jugendfarm nun auf Spenden angewiesen. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt ist gestellt, wie der beschieden wird, ist unklar. So oder so wären dadurch maximal 50 Prozent der Kosten abgedeckt, sagt Markus Dinkelacker. Geld wird daher unter anderem beim Farmcafé gesammelt. Das wird in der Regel am ersten Mittwoch des Monats ausgerichtet, Kuchen werden von 15 Uhr an gegen Spenden verkauft.

Vor allem einer soll vom Longierplatz profitieren: Emil. Seit Mitte Januar lebt das Shetlandpony auf der Jugendfarm und ist der Liebling aller Kinder. Nicht nur, weil der Mini-Wallach mit seinen Stummelbeinchen und einem blauen und einem fast schwarzen Auge so putzig aussieht, sondern auch, weil er in Riedenberg beharrlich gegen seine Figurprobleme kämpft. Emil ist zu dick. Sieben Kilo, schätzt Markus Dinkelacker, hat der Zwerg schon abgespeckt, Diät und Sport sei Dank. Auf dem Longierplatz könnten mit mehr Bewegung noch mehr Pfunde purzeln. Deswegen heißt die Spendenaktion auch „Fit in den Sommer mit Emil“.

Auch der Reitplatz soll hergerichtet werden

Nicht nur vom neuen Rundkurs sollen der braun-weiße Moppel und seine Freunde aus der Herde profitieren. Auch der Reitplatz soll von dem Geld hergerichtet werden. Markus Dinkelacker zeigt auf große Steine, die die Pferde mit ihren Hufen aufwühlen. Ein neuer Belag soll die nicht beschlagenen Hufe schonen, aktuell aber bleibt den Farm-Leuten nichts anderes übrig, als die Steine regelmäßig von Hand einzusammeln.

Anpacken wollen Mitarbeiter, Eltern und Kinder aber auch, wenn die Spendensammlung erfolgreich war. Ein Teil der Umbauarbeiten soll ehrenamtlich erledigt werden. Markus Dinkelacker: „Wir würden gern so früh wie möglich beginnen.“

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