Porsche Zuffenhausen Porsche macht gegen Falschparker mobil

Von Bernd Zeyer 

In einer E-Mail von Vorstand und Betriebsrat werden Mitarbeiter des Standorts Zuffenhausen dazu angehalten, sich an die Verkehrsregeln zu halten und Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen.

Der Porsche Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Foto: dpa
Der Porsche Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Foto: dpa

Zuffenhausen - Schon seit vielen Jahren gibt es Parkplatz-Probleme rund um die Firma Porsche. Regelmäßig beklagen sich Anwohner über zugeparkte Straßen, blockierte Einfahrten oder Autos, die auf privaten Flächen abgestellt werden. Nun hat man sich bei der Sportwagenschmiede zu einer außergewöhnlichen Aktion entschieden: In einer E-Mail werden alle Mitarbeiter des Zuffenhäuser Standorts aufgefordert, sich an die Regeln zu halten.

„Das ist nicht typisch Porsche. Wir sind stolz auf unsere Werte – wie Respekt, Anstand und Höflichkeit – bei Porsche und es muss unser aller Anliegen sein, diese nach außen zu vertreten. Dazu gehört es, sich an die gesetzlichen Regelungen zu halten und einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. Dafür stehen wir als Vorstand und Betriebsrat. Dafür steht Porsche. Jeder von uns“, heißt es in der Mail, die die Namen des Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume und des Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück trägt. In dem Schreiben wird auch auf eine Informationsveranstaltung im April eingegangen, bei der das Thema Parken im Mittelpunkt der Diskussion gestanden und bei der es viele Klagen der Anwohner gegeben hatte (wir berichteten).

Leider funktioniere es mit dem Parken immer noch nicht so, wie es solle, sagt Firmensprecher Lukas Kunze. Das verstehe er nicht, denn: „Für unsere Mitarbeiter gibt es genug Parkplätze.“ Kunze verweist auf das neue Parkhaus auf dem Areal „Im Birkenwald“ und auf das Gewann „Rücken“, wo ein neues Parkhaus bereits im Betrieb sei und ein weiteres 2019 fertig werde. 2020 solle dann noch eines in unmittelbarer Nähe zur neuen Lackiererei öffnen. Die neuen Park-Gebäude, so steht es auch in der Mail, seien extra für die Beschäftigten errichtet worden. Natürlich, so Kunze, dürfe man als Porsche-Mitarbeiter nicht erwarten, sein Auto direkt in der Nähe des Arbeitsplatzes abstellen zu können. Einige Meter Fußweg müsse man schon in Kauf nehmen. Kunze hat sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und festgestellt, dass in manchen Parkhäusern tatsächlich regelmäßig zahlreiche Plätze frei sind. Zur Belegungserkennung wird Hightech eingesetzt: Über jedem Platz gibt es einen Scanner, ist er besetzt, leuchtet ein rotes Licht, ist er frei, ein grünes. Die Anzahl der freien Stellplätze wird an der Einfahrt angezeigt. Laut Kunze sollen die einzelnen Parkhäuser künftig sogar miteinander vernetzt werden und Teil eines geplanten Parkleit-Systems werden.

Laut Porsche gibt es genug Stellplätze in den Parkhäusern

In der E-Mail werden die Porsche-Mitarbeiter aufgefordert, die Parkhäuser zu nutzen. Zudem wird darin auf das firmeninterne Mobilitätsmanagement verwiesen, zu welchem unter anderem eine Mitfahr-App gehört, die anzeigt, ob man bei einem Kollegen mitfahren kann. Eine andere App verweist auf freie Stellplätze in Porsche-Parkhäusern. Außerdem bietet die Firma ihren Beschäftigten ein kostengünstiges VVS-Firmenticket an.

Regelmäßig ist der Porsche-Werkschutz unterwegs, um ein Auge auf die Situation zu haben. Allerdings ist es nicht einfach, festzustellen, ob tatsächlich auch ein Porsche-Mitarbeiter sich falsch verhält. Eindeutig erkennbar (an ihren Nummernschildern) sind nämlich nur die Werksfahrzeuge. Grundsätzlich verweist Kunze darauf, dass es sich ja meistens um den öffentlichen Straßenraum handle und daher eigentlich die Stadt für das Thema zuständig sei. Für Porsche gebe es kaum Möglichkeiten, falsches Verhalten zu bestrafen. Kunze ist bislang nur ein Fall bekannt, bei dem ein Mitarbeiter zum Personalgespräch beim Abteilungsleiter erscheinen musste und dazu angehalten wurde, sich bei Anwohnern zu entschuldigen. So ein Verhalten ist ganz im Sinne von Vorstand und Betriebsrat: „Wir alle sind Porscheaner und wir sollten als wertvolle Nachbarn wahrgenommen werden“, heißt es in der E-Mail. Man sei auf deren Unterstützung angewiesen, die Nachbarn könnten zu Recht ein ordentliches Verhalten der Porsche-Mitarbeiter einfordern.

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