Vaishali Sharma ist froh, dass es nun bald losgehen soll. Seit mehr als fünf Jahren hofft sie schon darauf, mit ihrem Kiosk und der Postannahmestelle in Kaltental die Straßenseite zu wechseln. Gegenüber steht in der Böblinger Straße seit Jahren die Geschäftsfläche der ehemaligen BW-Bank leer. Das Gebäude wurde 2020 von der Stadt erworben. Jetzt ist klar: Im Frühjahr fällt der Startschuss für die Umbaumaßnahmen am Haus.
Die 59-jährige Inhaberin der Papeterie schwärmt bereits davon, dass in dem neuen Domizil viel mehr Platz für ihr Geschäft zur Verfügung stehen wird als in ihrem bisherigen kleinen Kiosk in der Böblinger Straße 472. Dort geht es tatsächlich ziemlich eng zu. Und wenn viele Pakete angenommen werden müssen, noch ein ganzes Stück enger.
Künftig gibt es vor dem Geschäft wieder Parkplätze
Doch neben den rein praktischen Gründen ist auch aus wirtschaftlichen Gründen der Umzug hinüber ins Haus mit der Nummer 471 dringend nötig: „Seit es in der Böblinger Straße keine Parkplätze mehr gibt, kommen weniger Kunden“, sagt Sharma. An ihrem neuen Geschäft im ehemaligen Bankgebäude werde sie ihren Kunden künftig wieder zwei Parkplätze anbieten können.
Wie die Stadt mitteilt, sollen mit dem Umzug des Kiosk und Poststelle das Nahversorgungsangebot verbessert und die Ortsmitte Kaltentals aufgewertet werden. „Neben den üblichen Artikeln wie Papierwaren, Zeitschriften und Tabakwaren möchte die Kioskbetreiberin in Zukunft das Schreibwarenangebot verbessern und Handarbeitswaren anbieten.“ Darüber hinaus soll die Annahmestelle der Post auf zwei Schalter ausgebaut werden. Der externe Bankschalter bleibe erhalten.
Die Pläne, wie der Laden im Innern künftig gestaltet sein soll, hat Sharma schon vor längerer Zeit der Stadtverwaltung weitergeleitet, wie sie betont. Die Ausstattung werde neu angeschafft, ebenso die Kasse.
Stadt plant Informationszentrum
Neben dem Ladengeschäft soll die Fläche der ehemaligen Bank in Zukunft ein Informationszentrum des Stadtteil beherbergen. Darin könnten sich Projektgruppen der Bürgerbeteiligung treffen und Bürgerberatungen durchgeführt werden, so die Stadtverwaltung. Die Bauleistungen für das Gebäude werden demnach Anfang kommenden Jahres ausgeschrieben. Mit dem Beginn der Umbauarbeiten wird im Frühjahr gerechnet.
Ein weiteres Projekt zur Verbesserung der Nahversorgung in Kaltental, die Ansiedlung eines zentral gelegenen Supermarkts, nimmt indes noch keine konkrete Gestalt an. Zwar hat die Stadtverwaltung eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Doch weil das darin vorgesehene Grundstück aktuell noch nicht im Besitz der Stadt ist, hält sich das zuständige Planungsamt mit genauen Informationen zurück.
„Die Beschlussfassung zum Erwerb des Grundstücks erfolgt im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats nicht öffentlich“, heißt es als Begründung aus der Stadtverwaltung. Erst, nachdem der Kaufvertrag rechtskräftig sei, werde das geplante weitere Vorgehen öffentlich vorgestellt.