Projektleiter von Stuttgart 21 Hany Azer gibt sein Amt auf

Von Jörg Nauke 

Hany Azer scheidet zum Ende des Monats als Projektleiter von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke aus. Über seine Nachfolge wurde noch nichts bekannt.

Hany Azer (links, hier mit Volker Kefer und Heiner Geißler) legt sein Amt als Projektleiter von Stuttgart 21 nieder.  Foto: dapd
Hany Azer (links, hier mit Volker Kefer und Heiner Geißler) legt sein Amt als Projektleiter von Stuttgart 21 nieder. Foto: dapd

Stuttgart - Der Leiter der Großprojekte Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm, Hany Azer (Jahrgang 1949) , gibt die Verantwortung für die milliardenschweren Vorhaben nach Informationen der Stuttgarter Zeitung ab. Er scheidet auf eigenen Wunsch zum 31. Mai als Projektleiter aus, über seine Nachfolge ist noch nichts bekannt. Als Gründe gab die Deutsche Bahn auf Nachfrage an, Azer habe unter der „angespannten Situtation in Stuttgart rund um das Bahnprojekt gelitten“. Persönliche Anfeindungen und in der Folge ständiger Personenschutz hätten ein Übriges getan. Azer soll laut Bahn im Unternehmen verbleiben und andere Aufgaben übernehmen.

Der in Kairo geborene Tiefbau-Ingenieur hatte 2008 den langjährigen Gesamtprojektleiter Peter Marquardt abgelöst. Er war 1973 nach dem Abitur in Ägypten nach Deutschland gekommen. In Bochum hat er Bauingenieurwesen studiert, 1979 hat er den ersten Tunnel geplant, und nebenbei noch ein Haus für seine deutsche Frau und seine beiden Söhne. Von 1994 an hat Azer aber die meiste Zeit in Berlin verbracht, bis zur Fertigstellung des neuen Berliner Hauptbahnhofs im Mai 2006 war er ein Jahrzehnt lang Chef beim Bau des größten Infrastrukturprojekts in der Bundeshauptstadt, zu dem auch noch drei Regionalbahnhöfe und der Eisenbahntunnel unter dem Tiergarten hindurch gehört haben.

Unbeschadet hat der Ägyptendeutsche den Bau des rund 700 Millionen Euro teuren Großbahnhofs auch nicht überstanden, während der Bauzeit hat er einen Herzinfarkt erlitten; da hat er dann doch mit dem Rauchen aufgehört. Während die Berliner den Bauingenieur ins Herz geschlossen hatten – bei der Wahl des "Berliner des Jahres 2005" belegte Azer den 13. Platz, noch eine Stelle vor dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, stand er in Stuttgart im Brennpunkt der Kritik: Ihm wurde bahnintern die seine Personalführung als auch die mangelnde Bereitschaft zur Kommunikation attestiert.