Pulse of Europe EU-Befürworter fordern Europahymne vom Stuttgarter Glockenspiel

Von Jan Sellner 

Die Schriftstellerin Elisabeth Kabatek hat bei der Pulse-of-Europe-Demo am Sonntag ein einmonatiges Gratis-Interrail-Tickets für alle 18-jährigen EU-Bürger gefordert. Und das Glockenspiel soll die Europa-Hymne spielen.

Dunkle Wolken sind über der EU aufgezogen, aber Woche für Woche demonstrieren EU-Freunde. Foto: AP
Dunkle Wolken sind über der EU aufgezogen, aber Woche für Woche demonstrieren EU-Freunde. Foto: AP

Stuttgart - Der Stuttgarter Ableger der proeuropäischen Bürgerinitiative Pulse of Europe hat angeregt, das Melodien- Repertoire des Glockenspiels am Rathausturm um die Europahymne zu erweitern. Vor mehreren hundert Kundgebungsteilnehmern auf dem Stuttgarter Marktplatz sagte ein Sprecher am Sonntag: „Das Glockenspiel kann Dutzende Melodien spielen - die Ode an die Freude ist leider nicht darunter.“ Er forderte die Teilnehmer auf, entsprechende E-Mails an die Stadtverwaltung zu schreiben.

Die 30 Glocken im Stuttgarter Rathaus spielen fünf Mal am Tag. Der Pianist Eckart Hirschmann hat dafür zahlreiche Melodien arrangiert, zumeist Volkslieder. Die von Ludwig van Beethoven komponierte „Ode an die Freude“ ist seit 1985 offizielle Hymne der Europäischen Union (früher der Europäischen Gemeinschaft). Sie erklingt auch zum Abschluss der „Pulse of Europe“-Veranstaltungen, die jeden Sonntag inzwischen europaweit in mehr als 80 Städten stattfinden. In Stuttgart war es die sechste Kundgebung. Die Organisatoren bezifferten die Teilnehmerzahl auf 500 bis 600.

Schriftstellerin Kabatek will eine Gratisfahrkarte für 18-Jährige

Die Schriftstellerin Elisabeth Kabatek kritisierte die ablehnende Haltung der EU zu einer Online-Petition, in der einmonatige Gratis-Interrail-Tickets für alle 18-Jährigen EU-Bürger gefordert werden. Das gegenseitige Verständnis wachse durch einen solchen Austausch, sagte Kabatek in Stuttgart. Sie appellierte an die EU, weiterhin in das studentische Austauschprogramm Erasmus zu investieren, das seit 30 Jahren besteht. Jährlich nehmen daran mehrere Tausend Studenten allein aus Baden-Württemberg teil. Kabatek betonte, gerade in einer international geprägten Stadt wie Stuttgart sei es heute selbstverständlich, mehrere Identitäten zu haben. „Es ist wie bei den Ringen eines Baumes: Ich bin Stuttgarterin, Schwäbin, Baden-Württembergerin, Deutsche, Europäerin und Weltbürgerin - und ich genieße diese Freiheit sehr.“

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