Raumfahrt Wasserfontänen auf dem Mond

Von dpa/ 

Von wegen staubtrocken: Der Mond verliert jedes Jahr eine beträchtliche Menge Wasser durch Meteoriten. Allerdings stammt das Wasser nicht direkt von der Oberfläche des Erdtrabanten, sondern aus tieferen Gesteinsschichten.

Diese Aufnahme von Apollo 11 vom Juli 1969 – des ersten bemannten Flugs mit Landung auf dem Erdtrabanten  – zeigt die von Kratern übersäte Mondoberfläche, die allesamt durch die Einschläge von kleinen Körpern im Sonnensystem herrühren. Foto: Nasa/dpa 6 Bilder
Diese Aufnahme von Apollo 11 vom Juli 1969 – des ersten bemannten Flugs mit Landung auf dem Erdtrabanten – zeigt die von Kratern übersäte Mondoberfläche, die allesamt durch die Einschläge von kleinen Körpern im Sonnensystem herrühren. Foto: Nasa/dpa

Greenbelt - Der Mondboden ist offensichtlich nicht so knochentrocken wie angenommen. Das schließen Forscher der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa aus Daten der Sonde „Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer“ (LADEE).

Kleine Meteoriteneinschläge setzen demnach regelmäßig etwas Wasser aus den tieferen Bodenschichten des Erdtrabanten frei, wie die Wissenschaftler um Mehdi Benna vom Goddard Space Flight Center der Nasa im Fachblatt „Nature Geoscience“ berichten. Das Wasser stamme vermutlich noch aus der Entstehungszeit unseres Monds.

Mission der LADEE-Raumsonde

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler Daten der LADEE-Sonde, die den Erdtrabanten von Oktober 2013 bis April 2014 umkreist hatte.

Ziel der Nasa-Mission war es unter anderem, die Atmosphäre des Mondes und die Auswirkungen von Staubpartikel-Einschlägen zu untersuchen.

Meteoriten setzen Wasser im Erdtrabanten frei

Bei der Analyse der Daten stießen die Wissenschaftler wiederholt auf eine anomal hohe Wasserkonzentration in der Atmosphäre des Mondes. In 29 Fällen trat diese Abweichung auf, kurz nachdem der Erdtrabant auf bekannte Meteoritenströme getroffen war. Außerdem schreiben die Wissenschaftler vier weitere Anomalien bislang völlig unbekannten Meteoritenströmen zu.

Allerdings fiel den Nasa-Experten schnell auf, dass offenbar nur bestimmte Meteoriten im Mond enthaltenes Wasser freisetzen. Erhöht war die Wasserkonzentration in der Mond-Exosphäre insbesondere dann, wenn Gesteinsbrocken mit einer Masse zwischen 0,15 Gramm und 100 Kilogramm eingeschlagen waren.

Daraus leiten die Forscher ab, dass die oberen acht Zentimeter des Mondbodens vollkommen trocken sind. Erst ab einer Masse von 0,15 Gramm können einschlagende Meteoriten tiefere Schichten freilegen.

Mond verliert bis zu 200 Tonnen Wasser pro Jahr

Weitere Berechnungen ergaben, dass der Wassergehalt des Mondbodens in mehr als acht Zentimetern Tiefe bei bis zu 0,05 Prozent liegt. Die Forscher schließen daraus, dass der Mondboden pro Jahr bis zu 200 Tonnen Wasser durch Meteoriteneinschläge verliert.

Um diese Verlustrate über geologische Zeiträume aufrecht zu erhalten, müsse das Wasser entweder von Beginn an relativ gleichmäßig im Mondboden vorhanden gewesen oder zumindest sehr früh auf den noch jungen Erdtrabanten gelangt sein.