Reaktionen auf den Tod von Guido Westerwelle „Er wird mir fehlen“

Guido Westerwelle verlässt nach einer Rede in Rostock die Bühne. Foto: AFP
Guido Westerwelle verlässt nach einer Rede in Rostock die Bühne. Foto: AFP

Mit großer Bestürzung haben Kollegen, politische Gegner und langjährige Wegbegleiter auf den Tod von Guido Westerwelle reagiert. Wir haben einige Reaktionen zusammengestellt.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)
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Stuttgart - Mit großer Bestürzung reagierten Kollegen, politische Gegner und langjährige Wegbegleiter auf den Tod von Guido Westerwelle. Bundespräsident Joachim Gauck hat den verstorbenen früheren FDP-Chef und Bundesaußenminister Guido Westerwelle als „leidenschaftlichen politischen Menschen“ geehrt, der sich um Deutschland verdient gemacht habe. „Er wird uns als ein leidenschaftlicher Demokrat und Europäer in Erinnerung bleiben“, erklärte Gauck in Berlin.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner reagierte betroffen auf die Nachricht. „Guido Westerwelle hat die Freiheit geliebt, deshalb hat er für die Freiheit gekämpft“, sagte Lindner in Düsseldorf. Der Verstorbene sei ein „Mann voller Leidenschaft“ gewesen, „seine intellektuelle Schärfe und rhetorische Brillanz haben uns alle begeistert“. Beim Nachrichtendienst Twitter schrieb Lindner:

Weltoffen und liberal

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat seinen verstorbenen Amtsvorgänger Guido Westerwelle als Gesicht eines weltoffenen und liberalen Deutschlands gewürdigt. „Wir haben heute einen Menschen verloren, der unser Land eine ganze Generation lang als Parteivorsitzender der FDP, als Oppositionsführer und dann als Außenminister geprägt hat“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. „Guido Westerwelle war Vollblutpolitiker. Jemand, der sich nie wegduckt und auch in schwierigen Zeiten seine Überzeugungen aufrecht vertreten hat.“ Steinmeier verwies darauf, dass er mit Westerwelle „nicht immer einer Meinung“ gewesen sei. „Aber wir konnten uns immer aufeinander verlassen. Ein einmal gegebenes Wort, eine Zusage galt, auch wenn dann in der politischen Auseinandersetzung die Fetzen flogen.“ Zugleich betonte er: „Guido Westerwelle steht für ein weltoffenes, liberales Deutschland, das in der internationalen Gemeinschaft fest verankert ist. In seinem Bemühen um ein friedliches und ziviles Deutschland und Europa war er ein wahrer Patriot.“

Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat bestürzt auf den Tod Westerwelles reagiert. „Er war ein großartiger Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierter Parlamentarier“, sagte Kauder am Freitag. Vom Tod seines Freundes habe er tief betroffen erfahren. „Wir werden Guido Westerwelle vermissen“, sagte Kauder. Auf Twitter würdigt er im Namen der CDU/CSU-Fraktion die liberale Gesinnung Westerwelles:

Unglaublicher Einsatz

Auch die politischen Gegner würdigten den unglaublichen Einsatz Westerwelles, um seine Ziele zu realisieren – etwa 18 Prozent der Wählerstimmen für die FDP zu holen, was er allerdings verpasste. „Ich habe seinen Ehrgeiz, die FDP zu einer 18-Prozent-Partei zu machen, bewundert und zugleich für überzogen gehalten“, erinnerte sich Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. „Umso mehr war ich beeindruckt, dass er dieses Ziel immerhin fast erreichte.“ Bartsch fügte hinzu: „Er wird mir fehlen.“

Auch Ex-Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler zeigte sich bestürzt. „Ich bin unendlich traurig“, sagte Rösler, der Westerwelle 2011 als Parteichef abgelöst hatte. Der Verstorbene sei „ein großer, begnadeter Politiker“ gewesen. Erst gegen Ende seines Lebens sei dann aber auch „die persönliche, menschliche Seite von Guido Westerwelle für alle sichtbar“ geworden. Auf Twitter schrieb Rösler:

Grünen-Chef Cem Özdemir erklärte zum Tod von Westerwelle: „Wir sind sehr bestürzt über den Tod von Guido Westerwelle. Wir trauern mit seinem Mann und seiner Familie!“ Sein Grünen-Kollege Omid Nouripour twitterte: „Guido Westerwelle war ein streitbarer, kantiger und aufrechter Demokrat. Ruhe er in Frieden.“




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