Regio-Rad auf der Filder-Ebene Mit dem Leihrad von Stadt zu Stadt fahren

Von Theresa Ritzer 

Mit den hellblauen Leihrädern von Regio-Rad Stuttgart kann man größere Strecken bewältigen. Leinfelden-Echterdingen ist bereits an den Service angeschlossen, Filderstadt will bald dazu stoßen.

Die Leihstationen – hier in Echterdingen – erkennt man an der blauen Säule. Foto: Theresa Ritzer
Die Leihstationen – hier in Echterdingen – erkennt man an der blauen Säule. Foto: Theresa Ritzer

Filder - Für die hellblauen Leihräder ist die Stadtgrenze keine Grenze mehr. „Die Kunden können problemlos von einer Stadt in die andere radeln“, sagt Ralf Maier-Geißer vom Referat Strategische Planung und nachhaltige Mobilität. „Bis Ende des Jahres werden 35 Kommunen in der Region an das System angeschlossen sein“, sagt der Gesamtprojektleiter für Regio-Rad Stuttgart. Dieses neue System löst das bisherige Call-a-Bike ab.

„Wir wollten das bisherige System vereinfachen“, sagt Maier-Geißer. Durch Regio-Rad Stuttgart gebe es nun nur noch „ein System und eine Anmeldung“. In welcher Stadt Kunden ihr Rad ausleihen würden, spiele dabei keine Rolle. „Je mehr Kommunen beteiligt sind und je dichter der Service wird, desto einfacher wird es für die Kunden“, sagt Maier-Geißer.

Die Ausleihe dauert fünf Sekunden

Eine der bereits angeschlossenen Städte ist Leinfelden-Echterdingen. Dort gibt es zwei Stationen, an denen jeweils bis zu zehn Leihräder zur Verfügung stehen. Eine Station befindet sich am Bahnhof Echterdingen an der dortigen Hauptstraße direkt an der Treppe zur S-Bahnstation. An der Bahnhofstraße am S-Bahnhof Leinfelden können ebenfalls Räder ausgeliehen werden. Beide Stationen sind an blauen Terminalsäulen erkennbar.

Anbieter von Regio-Rad Stuttgart bleibt, wie bei Call-a-Bike, die Deutsche Bahn, beziehungsweise deren Tochterunternehmen DB Connect. Im Vergleich zu Call-a-Bike sei aber die Technik, wie man sich die Räder ausleihen kann, bei Regio-Rad weiterentwickelt worden, sagt Maier-Geißer. So dauere es mit der Polygo-Card vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) nach der Registrierung bei Regio-Rad nur fünf Sekunden, sich ein Rad auszuleihen. „Ohne eine solche Karte muss man sich erst eine Kundennummer merken und diese dann am Terminal eingeben“, sagt der Gesamtprojektleiter.

Mit einer Polygo-Card oder über die Regio-Rad-App ist es zudem möglich, sich eine Dreiviertelstunde lang ein Leihrad reservieren zu lassen. Der Service ist kostenlos. „Wer das reservierte Rad dann aber nicht nutzt, muss eine Gebühr von fünf Euro zahlen“, sagt Maier-Geißer.

Ab Ende September auch motorisierte Leihräder

Insgesamt wird es in der Region bis Ende des Jahres rund 700 Leihräder geben, dazu kommen weitere 400 motorisierte Fahrräder, sogenannte Pedelecs. Diese werden Ende September geliefert und ersetzen ein paar der bisherigen Fahrräder. „Von den 20 Leihrädern in Leinfelden-Echterdingen werden dann vier motorisiert sein“, sagt Maier-Geißer.

Wo sich in der Nähe Leihstationen befinden, können sich Interessierte in der Regio-Rad-App oder auf der Internetseite www.regioradstuttgart.de anzeigen lassen. Dort sehe man auch gleich, ob an dieser Station Fahrräder zur Verfügung stehen, sagt der Gesamtprojektleiter.

Filderstadt plant ebenfalls eine Station

Auch in Filderstadt gibt es an der S-Bahnstation in Bernhausen eine Station für Leihräder, diese wird aktuell jedoch noch vom Leipziger Unternehmen Nextbike betrieben. Schätzungsweise Mitte November wird DB Connect, Maier-Geißer zufolge, die Station übernehmen, spätestens ab Anfang kommenden Jahres sollen auch dort hellblaue Fahrräder und Pedelecs stehen, die entsprechend dem Tarif von Regio-Rad Stuttgart kosten.

Insgesamt werde das Fahrradleihsystem in der Region Stuttgart gut angenommen, sagt Maier-Geißer. Genaue Zahlen nennt er aber nicht. „Sie wären noch nicht repräsentativ“, sagt der Gesamtprojektleiter, zum einen, weil noch nicht alle Stationen angeschlossen seien und zum anderen, weil die Pedelecs noch nicht zur Verfügung stehen. „Diese dürften vor allem für diejenigen interessant sein, die Tagesausflüge machen oder von einer Stadt in die andere fahren wollen“, sagt Maier-Geißer.