Viele Autofahrer in der Region Stuttgart sind am Mittwochmorgen auf eine Geduldsprobe gestellt worden. Schnee und Eis hatten die Straßen fest im Griff. Auf der A 81 war zeitweise kein Durchkommen mehr, im Kreis Ludwigsburg, Esslingen und Rems-Murr rutschten die Autofahrer auf schneebedeckten Straßen.

Ludwigsburg/Esslingen/Rems-Murr-Kreis - Der Schneefall hat am Montagmorgen die Autofahrer vor allem in der Region Ludwigsburg kalt erwischt. Auch im Kreis Esslingen, Heilbronn und im Rems-Murr-Kreis kam es laut Polizei zu zahlreichen Unfällen aufgrund schneeglatter Straßen.

Besonders stark betroffen war laut Wetteramt ein Streifen vom Nordschwarzwald über Pforzheim und Heilbronn bis zum südlichen Rand des Odenwalds. Dort fielen im Schnitt zwei bis sieben Zentimeter Neuschnee, örtlich auch mehr als zehn. Den Spitzenwert hatte der Freudenstädter Kniebis mit 15 Zentimetern. Allein um Heilbronn und Ludwigsburg wurden insgesamt 150 witterungsbedingte Unfälle gezählt.

Wie die Polizei mitteilt, kam es im morgendlichen Berufsverkehr ab etwa 6.30 Uhr zu zahlreichen Unfällen im gesamten Kreisgebiet von Ludwigsburg. Bis 9.30 Uhr zählte die Polizei etwa 50 Unfälle, bei denen größtenteils nur Sachschaden entstand.

Behinderungen auf der A 8 und der A 81

Laut Polizei kommt es auf der Autobahn 8 in Richtung Leonberg und Stuttgart und auf der Autobahn 81 im Bereich der Anschlussstelle Mundelsheim in Fahrtrichtung Heilbronn weiter zu massiven Behinderungen. Der Schneefall sorgte auch auf den Landes- und Kreisstraßen um Bietigheim-Bissingen für Probleme.

Im Kreis Heilbronn zählte die Polizei bis 8 Uhr rund 60 Verkehrsunfälle durch Schnee und Eis. Bei den Unfällen sind bisher keine Verletzten zu beklagen. Im gesamten Stadt- und Landkreis sowie auf der Autobahn 6 kam es laut Polizei teilweise zu massiven Behinderungen.

Quer stehende Busse und Lastwagen machten Straßen unpassierbar. Auch auf dem Autobahnzubringer, der Landesstraße 1111, zwischen Heilbronn und Untergruppenbach war kein Durchkommen mehr. Die Streudienste waren seit den frühen Morgenstunden im Einsatz.

Viele Blechschäden im Kreis Esslingen

Rund 80 Unfälle musste die Polizei im Kreis Esslingen verzeichnen. In Unterensingen erlitt eine Frau bei einem Auffahrunfall leichte Verletzungen, bei allen anderen Unfällen handelt es sich lediglich um Blechschäden. Der Gesamtschaden beträgt rund 325.000 Euro.

An der Ecke Hermannstraße und Schillerstraße in Deizisau krachte es innerhalb kürzester Zeit fünf Mal, berichtete die Polizei. Auch in der Hertfelderstraße in Esslingen ereigneten sich kurz hintereinander drei Unfälle. Die Kelterstraße in Esslingen musste wegen der Schneeglätte teilweise komplett gesperrt werden.

Unfallschwerpunkte in Waiblingen und Winnenden

Auch im Rems-Murr-Kreis kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschaden. Fast 70 Unfälle mit einem Gesamtschaden von rund 80.000 Euro zählte die Polizei. Schwerpunkt war hierbei die Waiblinger Westumfahrung und das Eisental. Auch im Raum Winnenden ereigneten sich mehrere Unfälle.

In Schorndorf geriet eine BMW-Fahrerin auf glatter Fahrbahn in den Gegenverkehr und stieß hier mit einem VW zusammen, bevor sie gegen einen geparkten Mercedes krachte. Gesamtschaden: 15.000 Euro. Im Weissacher Höhenweg kam ein Autofahrer von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Hauswand, er musste vom Rettungsdienst versorgt werden.

Des einen Leid, des anderen Freud

Dank der Schneefälle hatten Wintersportler in den Höhenlagen wie dem Schwarzwald gute Bedingungen. Der Liftverbund Feldberg meldete am Vormittag auf seiner Homepage fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee. Damit gibt es dort mittlerweile Schneehöhen von 55 bis 100 Zentimeter. 21 der 35 Lifte seien geöffnet, und fast 20 Kilometer Langlauf-Loipe wurden nach Angaben des Verbands gespurt.

Die Aussichten für Winterfreunde sind passabel: Die weiße Pracht bleibt im Südwesten nach Auskunft eines Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst zunächst erhalten. Bis Samstag soll das Thermometer Minustemperaturen zeigen, am Freitag sogar vereinzelt bis minus zehn Grad. Auch weitere Schneefälle sind möglich. Am Samstag pirscht sich dann eine Warmfront an, die laut Fachmann den tieferen Lagen unter 500 Meter wohl Schneeregen und Regen beschert.