Remsrenaturierung Klage hat Baustart verzögert

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Ein Müllermeister aus Schorndorf hat gegen die Renaturierung der Rems geklagt – trotzdem beginnen die Arbeiten.

Die Bauarbeiten zur Renaturierung der Rems (hier bei Winterbach) dürfen trotz Klage beginnen. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv
Die Bauarbeiten zur Renaturierung der Rems (hier bei Winterbach) dürfen trotz Klage beginnen. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv

Schorndorf - Eigentlich sollte bereits im April mit den Bauarbeiten für das Gartenschauprojekt Baurenwasen begonnen werden. Auf einer Länge von 450 Metern soll die Rems entlang der Schlachthausstraße bis zur Brücke in der Benzstraße renaturiert werden. Doch Müllermeister Jochen Hahn, der im Besitz der Wasserrechte ist, hat beim Verwaltungsgericht Stuttgart Klage gegen die Maßnahme eingereicht – was einen einstweiligen Baustopp nach sich gezogen hat. „Ich habe etwa 30 Punkte kritisiert“, erzählt Jochen Hahn, der seine Belange gerne schon während der Planung eingebracht hätte. „Wir haben uns zu einem Gespräch getroffen, weil wir gehofft haben, dass wir uns außergerichtlich einigen können“, berichtet der zuständige Fachbereichsleiter Heribert Schuck bei einem Pressegespräch. In manchen Dingen – wie einer Zugangsmöglichkeit zum Wehr – ist das gelungen. Ungeklärt hingegen ist die Hauptfrage, wie viel Wasser in Trockenzeiten über das Wehr strömen soll. Jochen Hahn staut dort Wasser an und leitet dieses über den Mühlkanal für seine Turbinen ab – Wasser, das bei Trockenzeiten der Rems fehlen könnte, „zumal durch die Renaturierung der Querschnitt des Flusses verbreitet wird“, wie Hahn erläutert.

Gespräch gescheitert

Das Gespräch zwischen ihm und der Stadt ist letztendlich gescheitert, doch aufgrund einer Anordnung des Landratsamtes darf die Stadt Schorndorf kommende Woche mit den Bauarbeiten anfangen. Über die Klage von Jochen Hahn ist noch nicht beschieden. Bei der Stadt ist man zuversichtlich, die Maßnahme trotzdem rechtzeitig fertigstellen zu können: „Wir haben Zeit verloren, aber wenn die Witterung mitspielt, bin ich zuversichtlich, dass wir trotzdem im Plan bleiben“, sagt Schuck.