Restauranttest Ragazzi Amore mio, was für ein Teig!

Die Brüder  Alessandro  und Michaelangelo  Guliano mit dem  Pizzaiolo Michele Gentile (von rechts nach links). Foto: Lichtgut/ Iannone 9 Bilder
Die Brüder Alessandro und Michaelangelo Guliano mit dem Pizzaiolo Michele Gentile (von rechts nach links). Foto: Lichtgut/ Iannone

Der Ofen läuft auf Hochtouren, der Teig hat Zeit zum Ruhen, die Tomaten reifen am Fuße des Vesuvs. Im Ragazzi wird ausschließlich Pizza gebacken. Das kommt sehr gut an. Nach dem Testabend verwundert das einen aber auch nicht.

Leben: Anja Wasserbäch (nja)
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Stuttgart - Neulich fragte ein Freund nach der besten Pizza der Stadt. Diese Frage ist natürlich unmöglich zu beantworten. Geschmäcker sind verschieden, Pizzabäcker kommen und gehen, es gibt Klassiker und trendige Lokale. Nach dem Besuch der Pizzeria Ragazzi kommt man der Antwort näher.

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Das kleine Lokal in der Breitscheidstraße im Stuttgarter Westen ist sehr beliebt. Eine Woche im Voraus buchen wir unseren Tisch an einem frühen Samstagabend, der dann für eineinhalb Stunden der unsere ist. Hier geht es nicht ums lange Verhocken, sondern ums Pizza essen. Alle Zeit hat der Teig: Bis zu 48 Stunden liegt er im Reifeschrank. Überhaupt: Hier wird die Kunst des Pizzabackens – zu Recht – sehr ernst genommen. Zu den Fakten: Ausschließlich San Marzano Dop Tomaten, die am Fuße des Vesuvs reifen, werden verwendet. Darauf kommt Fior di Latte-Käse von den Bergen der Amalfiküste, der riesige, elektrische Pizza-Ofen mit Kupferdach hat 450 Grad.

Alle Zeit hat der Teig

So viel also zu den Rahmenbedingungen, die hier stimmen. Keine Antipasti oder Minestrone vorweg, kein Vitello Tonnato oder Salata Mista. Es geht um Pizza. Und um Spritz: Der Ragazzi Spritz (eine Mischung aus Malfy Lemon Gin, Aperol und Tonic für 7,50 Euro) ist erfrischend, auch die alkoholfreie Variante des Prodino Spritz ein guter Starter in den Abend.

Es geht um Pizza, nichts anderes!

Mit großen Erwartungen ordern wir erstens: den Klassiker, eine Margherita. Darauf Tomaten, Käse, etwas Olivenöl, in der Mitte etwas Basilikum (10,90 Euro). Und ja: Es ist wirklich ein Traum von einem Pizzateig, fluffig der Rand, recht dünn in der Mitte. Der stimmt natürlich auch bei Sfiziosa (14,90 Euro), auf der Fior di Latte, gelbe Tomaten, Büffel-Gorgonzola, Sardellen von der Amalfiküste und Olivenöl mit einem Hauch Limone zu finden sind. Aber hier ist’s beinahe zu viel Öl, so dass der Teig in der Mitte etwas durchweicht. Das ist kritteln auf hohem Niveau, aber genau das erwartet man bei den Preisen. Die Variante Terra Mia ist großartig: darauf sind Pancetta, feinster Büffelmozarella, intensive Trüffelcreme und für den Crunch etwas Salzmandeln (16,90 Euro). Das Konzept geht auf: Der schöne, gemütliche Laden brummt, zwischen den Tischen sind Plexiglasscheiben, der Service am Testabend ist freundlich und bestens informiert.

Wahnsinn dieses Dessert!

Auch wenn Nutella-Pizza zum süßen Abschluss auf der Karte steht, ist das Il Brontolone – ein Pistazien-Mascarpone-Semifredo die perfekte Wahl, süß und kalt, eindrücklich auf einem ornamentalen Teller drapiert. Man mag sich so gar nicht entscheiden, welches Dolce das Beste ist. Paffutella ist quasi ein süßer Burger: warm serviertes Brioche, aufgeschnitten und dazwischen Vanilleeis, darüber etwas Schokoladensoße und Salzmandeln. Ciao Ragazzi, wir kommen wieder. Und dem Freund sagen wir auch Bescheid.

Info

Ragazzi Breitscheidstraße 22, 70176 Stuttgart. Telefon 07 11 / 93 53 99 79; Öffnungszeiten: Mo bis Do 17.30 bis 22.30, Fr bis Sa 17.30 bis 23 Uhr; www.ragazzi-pizzeria.com

Bewertung

Küche 4 Punkte

Atmosphäre 4 Punkte

Service 4 Punkte

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern  -





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