Ringen: SV Fellbach Ein Weltmeister in Loutraki und die Niederlage daheim

Erneut Senioren-Weltmeister: Tariel Shavadze vom SV Fellbach Foto: /Privat

Während Tariel Shavadze, 51, bei den globalen Senioren-Titelkämpfen Gold gewinnt, unterliegt sein Ringerteam dem AV Sulgen mit 14:16.

Fellbach/Loutraki - Es müssen besonders wichtige Gründe vorliegen, wenn Tariel Shavadze anlässlich eines Ligakampfs nicht an der Seite des von ihm und Yasar Demir betreuten Fellbacher Oberliga-Ensembles steht. Am Samstag waren die Gründe ganz besonders wichtig, und so blieb es dem 51-Jährigen erspart, die 14:16-Niederlage der Ringer des SVF gegen die Auswahl des AV Sulgen aus allernächster Nähe erleben zu müssen.

 

Im fernen Griechenland hatte Tariel Shavadze mit seiner Griffkunst zwei Stunden vor der Ligabegegnung beste Stimmung in der Fellbacher Silcherhalle ausgelöst. Nach dem Erfolg von 2017 konnte er in Loutraki seinen zweiten Weltmeistertitel bei den Senioren erringen. Beeindruckend war dabei die Art und Weise, wie der Georgier alle vier Kämpfe für sich entschieden hat. Selbst beim Auftaktsieg gegen den Franzosen Frederic Paul stand der Spezialist für die Stilart griechisch-römisch kaum zwei Minuten auf der Matte, bevor er einen 9:0-Erfolg, also einen vorzeitigen Sieg aufgrund technischer Überlegenheit, verbuchen konnte. Danach entschied er sich gleich dreimal für seine Spezialtechnik, einen Überwurf mit anschließendem Festhaltegriff. Im Viertelfinale gelang ihm auf diese Weise gegen den Iraner Hossein Eshghi ein Schultersieg. Im Halbfinale traf es dann genauso Lars Dahl, den späteren Bronzemedaillengewinner aus Schweden, und im Finale konnte sich der US-Amerikaner Stephen Horton nicht mehr aus der innigen Umarmung von Tariel Shavadze lösen.

Im Finale besiegt Tariel Shavadze den US-Amerikaner Stephen Horton

Im Vorfeld hatte sich der Mann vom SV Fellbach intensiv für seinen Auftritt in der Klasse bis 70 Kilogramm vorbereitet. Dazu zählte – wie im Ringen üblich – eine intensive Diät: Fast zwanzig Pfund hat der zuletzt sichtlich verschlankte Tariel Shavadze für seinen großen Triumph abgenommen.

In der Fellbacher Silcherhalle spielt ebenfalls ein Ringertrainer eine entscheidende Rolle. Semih Bosyan, der 43-jährige Übungsleiter des AV Sulgen, traf im letzten Kampf der Begegnung mit dem SV Fellbach auf Moritz Wahl. 15:14 stand es zu diesem Zeitpunkt für die Gäste, der 22-Jährige stand in der Klasse bis 75 Kilogramm also unter Zugzwang. Zumindest ein knapper Sieg musste her. Indes erwies sich Semih Bosyan als cleverer Mattenfuchs mit 30 Jahren Ringkampferfahrung und sicherte sich den knappst möglichen Sieg, einen 1:0-Erfolg. Fünf Jahre lang hatte er für den ASV Nendingen in der Bundesliga gekämpft und ist Jugend-Landestrainer, kennt also den Fellbacher Nachwuchs aus langer Bekanntschaft.

Semih Bosyan bezwingt am Ende in Fellbach Moritz Wahl – die Entscheidung

Zu diesen Bekannten gehört Paul Wahl. Der 18-Jährige, mit einem Körpergewicht von 95,6 Kilogramm auch eine Klasse tiefer startberechtigt, hat gegenwärtig das Vergnügen, sich mit bis zu 130 Kilogramm schweren Opponenten messen zu dürfen. Am Samstag war sein Gegenüber David Schulze zwar lediglich ein Pfund schwerer, an sportlicher Klasse jedoch deutlich unterlegen. Nach 2:44 Minuten hatte Paul Wahl seinen Sieg aufgrund technischer Überlegenheit erzielt und wurde dafür mit vier Punkten belohnt. Noch schneller war lediglich Murtuz Magomedov, der Benjamin Muske bereits nach 2:07 Minuten die Schulterniederlage zuwies. Den dritten vorzeitigen Sieg bescherte Murad Makaev seinen Teamgefährten. Gegen Fabio Herzog war der 21-Jährige beständig vorn, siegte infolge technischer Überlegenheit. Ansonsten konnte für die Fellbacher nur noch Mamuka Kordzaia zwei Zähler gegen den international erfahrenen Michael Kaufmehl einsammeln.

Niederlagen mussten noch Tobias Rieger, Dara Nisi und Otto-Christian Madejczyk sowie dessen Bruder Jan hinnehmen. Und im georgischen Duell mit dem diesjährigen Weltmeisterschaftsteilnehmer Goga Dzigua unterlag Amiran Tsetskhladze deutlich.

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