Rockgruppe The Cars Frontmann Ric Ocasek ist tot

Von dpa/red 

Ric Ocasek prägte als Frontmann von The Cars die amerikanische Rockmusik der späten 70er und der 80 Jahre. Nun wurde er mit 75 Jahren tot aufgefunden.

Ric Ocasek im Jahr 2015 Foto: AP/Richard Shotwell
Ric Ocasek im Jahr 2015 Foto: AP/Richard Shotwell

New York - Ric Ocasek, Frontmann der Rockband The Cars, ist tot in seiner New Yorker Wohnung aufgefunden worden. Beamte hätten den 75-Jährigen nach einem Notruf am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in dem Apartment in Manhattan entdeckt, teilte die Polizei mit. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht, ein Gerichtsmediziner solle aber die Todesursache klären.

Ocaseks Tod kommt ein Jahr nach der Aufnahme von The Cars in die Ruhmeshalle Rock and Roll Hall of Fame. Die Gruppe gründeten Ocasek und der Bassist Benjamin Orr - zwei befreundete Ex-Hippies - in Boston im Jahr 1976. Zwar war das Duo damals um einiges älter als viele seiner Rock-Kollegen. Doch sollte The Cars mit einer Mischung aus New Wave, 60’s-Pop und 70’s-Glamrock zu einer der bedeutendsten amerikanischen Bands der späten 70er und der 80er Jahre aufsteigen. Großen Anteil daran hatte Ocaseks minimalistischer, trockener Gesangsstil und seine schlaksige Erscheinung, mit der er der Band seinen Stempel aufdrückte. Zudem spielte er Lead-Gitarre.

Der Einfluss der Band war bis in die 1990er Jahre spürbar

Die ersten drei Songs des nach dem Bandnamen benannten Debütalbums wurden allesamt Hitsingles und gehören seit langem zum Inventar vieler Radiosender: „Good Times Roll“, „My Best Friend’s Girl“ und „Just What I Needed.“ Ihren kommerziellen Höhepunkt erreichten The Cars mit „Heartbeat City“ von 1984, auf dem sich Charterfolge wie „You might think“, „Magic“ und die von Orr gesungene, eher untypische Ballade „Drive“ finden. Beim damals äußerst mächtigen Sender MTV liefen die Musikvideos der Band rauf und runter.

1988 löste sich die Gruppe auf, doch war ihr Einfluss noch bis weit in die 90er Jahre spürbar. Kultsänger Kurt Cobain und Nirvana legten bei ihrer letzten Live-Show 1994 eine Coverversion von „My Best Friend’s Girl“ hin, und Ocasek produzierte Alben jüngerer Bands wie Weezer, No Doubt und Bad Religion.

Ocasek wuchs in der Stadt Baltimore auf, seine Familie zog in seinen Teenagerjahren nach Cleveland. Nach seiner Begegnung mit Orr im Jahr 1965 und ersten gemeinsamen Banderfahrungen zogen sie in den 70er Jahren nach Boston. Bei der Zeremonie anlässlich der Aufnahme von The Cars in die Rock and Roll Hall of Fame 2018 würdigte Ocasek seinen Freund Orr, der 2010 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. „Es ist ziemlich komisch, hier ohne ihn zu sein“, sagte Ocasek damals.

Im Mai jenes Jahres wurde zudem sein Ehe-Aus mit Model und Schauspielerin Paulina Porizkova nach 28 gemeinsamen Jahren bekannt. Ihre Familie sei wie ein „gut gebautes Auto“, erklärte Porizkova damals. „Wie ein Fahrrad treten mein Ehemann und ich nicht mehr im Gleichschritt in die Pedale“, ergänzte sie. Das Paar hatte sich einst beim Musikvideo-Dreh für „Drive“ kennengelernt. Ocasek hatte sechs Söhne - jeweils zwei aus drei Ehen.