Rotes Kreuz in Stuttgart Es braucht den Neustart
Das DRK in Stuttgart muss dringend in ruhigeres Fahrwasser kommen. Nicht nur atmosphärisch, sondern auch finanziell, kommentiert unser Autor Jürgen Bock.
Das DRK in Stuttgart muss dringend in ruhigeres Fahrwasser kommen. Nicht nur atmosphärisch, sondern auch finanziell, kommentiert unser Autor Jürgen Bock.
Ein nettes Pöstchen für den Ruhestand ist das sicher nicht, worauf sich Martin Schairer da eingelassen hat. Der frühere Stuttgarter Polizeipräsident und Ordnungsbürgermeister ist seit vergangenem Sommer ehrenamtlicher Präsident des DRK-Kreisverbandes Stuttgart. Eine Aufgabe, die weit über Händeschütteln hinausgeht. Denn es gibt viel zu tun bei der Organisation, die auf so vielen Feldern unverzichtbar für die Bevölkerung und deshalb eine besondere ist – auch in Sachen Aufmerksamkeit.
Dass es nach vorausgegangenen internen Querelen und dem unfreiwilligen Abschied des Vorgängers per Abstimmung hinter den Kulissen brodelt, war bekannt. Verschiedene Lager sind zu versöhnen, Vertrauen muss gewonnen werden. Das an sich ist schon schwer genug. Dass sich nun offenbar auch noch erhebliche finanzielle Fehlentwicklungen offenbaren, macht die Aufgabe nicht leichter. Erneut gärt es, weil unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Und das neu gewählte Präsidium kann nach zwei Rücktritten wieder nicht in aller Vollständigkeit arbeiten.
Doch die Maßnahmen scheinen unvermeidbar. Das Stuttgarter DRK braucht nach turbulenten Jahren den Neustart in jeder Hinsicht – atmosphärisch und finanziell. Das bedeutet einen harten Weg, in dem so mancher Pfad der Vergangenheit verlassen werden muss. Die Kunst dabei ist, alle Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen mitzunehmen und auch das Ansehen in der Bevölkerung zu wahren. Es wartet sehr viel Arbeit – und ganz sicher alles andere als ein bequemer Posten für den neuen Präsidenten.