Rückkehr der Wildtiere Ein weiterer Wolf streift durch das Land

Das Tier ist in der Baar mehrmals gesichtet worden. Woher es kommt, ist noch unklar – womöglich aus der Schweiz oder aus den Vogesen, wo es bereits Wolfsrudel gibt.

Politik/ Baden-Württemberg: Thomas Faltin (fal)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Villingen-Schwenningen - In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Sichtungen gegeben, jetzt haben Wolfsexperten Fotos und ein Video ausgewertet und sind sich sicher: In der Baar, also ganz grob rund um Villingen-Schwenningen, lebt wieder ein Wolf. Er ist eigentlich schon das dritte Tier, das in jüngster Zeit nach Baden-Württemberg eingewandert war. Aber die zwei vorherigen wurden erst bemerkt, als sie schon tot waren: Ein Wolf war im Juni 2015 an der A 5 bei Lahr überfahren worden, das zweite Tier fand im November auf der A 8 bei Merklingen den Tod. Nun also streift ein lebender Wolf durch das Land.

Im Moment ist noch nicht viel über das Tier bekannt, nicht einmal sein Geschlecht. Auch über seine Herkunft könne man bisher nur spekulieren, sagte Mara Sandrini von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg. Kleine Rudel leben in der Schweiz und auch in den Vogesen. Die beiden anderen Wölfe waren unabhängig voneinander aus demselben Rudel aus der Ostschweiz zugewandert.

Der neue zuständige Minister Peter Hauk (CDU) hat sich am Dienstag klar positioniert: „Ich freue mich darüber, dass der Wolf bei uns wieder heimisch wird“, sagte er. Die Sorgen der Tierhalter behalte man aber im Blick. Auch NABU-Waldreferent Johannes Enssle sieht die Rückkehr des Wolfes positiv: „In Baden-Württemberg muss Platz sein für beides: für Weidetiere und für Wölfe.“ Da die Zuwanderung absehbar war, ist bereits mit den Naturschutz- und den Landwirtschaftsverbänden sowie der Jägerschaft ein Handlungsleitfaden erstellt worden. Danach erhalten Schäfer bei Rissen eine Entschädigung aus einem Ausgleichsfonds.

Und es ist darin definiert, wann ein Wolf zum Problemtier würde und „vergrämt“, also vertrieben werden müsste. Das könnte dann der Fall sein, wenn Tiere, wie jüngst in Niedersachsen, dem Menschen nicht mehr aus dem Weg gehen. Angriffe auf Menschen sind bisher aber nirgendwo in Deutschland nachgewiesen, trotz der mehreren hundert Tiere. Der letzte Wolf in Württemberg war am 10. März 1847 im Stromberg erschossen worden. Neben dem Wolf durchstreifen auch drei Luchse Schwarzwald und Alb.

Unsere Empfehlung für Sie