Sanierung statt Umzug Klarheit für das Stuttgarter Linden-Museum
Stadt und Land haben entschieden: Das Linden-Museum bleibt am Hegelplatz. Das Museumsgebäude wird umfassend saniert und erhält einen Erweiterungsbau. Das sind die Gründe dafür.
Stadt und Land haben entschieden: Das Linden-Museum bleibt am Hegelplatz. Das Museumsgebäude wird umfassend saniert und erhält einen Erweiterungsbau. Das sind die Gründe dafür.
Grünes Licht für eine Sanierung des Linden-Museums und einen Ergänzungsbau an der Holzgartenstraße: Der Verwaltungsrat des von Stadt und Land getragenen ethnologischen Museums hat am Montag entsprechenden Plänen zugestimmt, über die unsere Zeitung in der vergangenen Woche exklusiv berichtet hatte. Demnach wird das 1911 erbaute Museumsgebäude am Hegelplatz umfassend saniert. Damit verbunden ist eine Neukonzeption. Der Verwaltungsbereich, der bisher im Museum logiert, und zusätzliche Arbeitsräume sollen in einem Neubau auf einer landeseigenen Fläche untergebracht werden, der auf einer zuletzt brachliegenden Fläche in der angrenzenden Holzgartenstraße entsteht. Pläne für ein neues Museumsgebäude an anderer Stelle werden damit nicht weiterverfolgt. Lange Jahre war dafür eine Fläche auf dem S-21-Areal hinter dem Hauptbahnhof im Gespräch gewesen.
„Das ist eine sehr gute Lösung. Das Linden-Museum erhält damit die Möglichkeit, sich neu aufzustellen und ein neues Museumskonzept umzusetzen“, sagte Kulturstaatssekretär Arne Braun. Und das zu einem früheren Zeitpunkt, als es beim S-21-Areal möglich gewesen wäre. Bis wann das Vorhaben realisiert wird, ist noch offen. Das Finanzministerium soll zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellen, die den Bedarf des Linden-Museums berücksichtigt. Sie soll dem Verwaltungsrat im Herbst vorliegen.
Klar scheint, dass das Museumsgebäude kernsaniert werden muss. Ein grundlegender Umbau sei notwendig, da das denkmalgeschützte Gebäude am Hegelplatz zahlreiche Defizite aufweise, die einer modernen Museumsarbeit im Wege stünden, sagte Staatssekretär Braun. Er betonte: „Die Sanierung bestehender Gebäude hat grundsätzlich Vorrang vor einem Neubau.“ Dazu habe das Land die Einrichtungen mit staatlicher Beteiligung in seinem Energie- und Klimaschutzkonzept verpflichtet.
Das Wissenschaftsministerium nennt die Neuaufstellung des Linden-Museums einen wichtigen Schritt. Als ethnologisches Museum nehme es eine bedeutende gesellschaftliche und politische Rolle ein. Stuttgarts Kulturbürgermeister Fabian Mayer sagte: „Mit der Sanierung am Standort wird sowohl das schwierige Erbe berücksichtigt als auch eine zeitlich naheliegendere bauliche Lösung gesucht. Städtebaulich werde damit ein weiter gefasstes Kultur- und Bildungsareal im Innenstadtbereich abgesteckt.
Die Direktorin des Linden-Museums, Inés de Castro, erklärte: „Für unser gesamtes Team ist diese Entscheidung sehr erfreulich und vor allem wichtig. Nun haben wir eine klare Perspektive und können die konkrete Planung für ein zukunftsfähiges Museum beginnen.“
Gebäude
Die Geschichte des Linden-Museums, das eines der wichtigsten ethnologischen Sammlungen in Deutschland beherbergt, beginnt 1882 mit der Gründung des Württembergischen Vereins für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Ausland. Karl Graf von Linden (1838-1910), Jurist und zuletzt Oberkammerherr am württembergischen Königshof, übernimmt 1889 den Vorsitz und tritt vor dem Hintergrund kolonialer deutscher Interessen für eine ethnologische Ausrichtung ein. Am 28. Mai 1911 eröffnet König Wilhelm II. das Linden-Museum als Museum für Völker- und Länderkunde. nbf