Erstmals in der Geschichte des Fußballs wurde bei einem Frauen-Pokalspiel in Portugal von einer Schiedsrichterin die Weiße Karte gezeigt. Doch was bedeutet diese?

Es ist hinlänglich bekannt, dass es im Fußball verschiedenfarbige Karten gibt, die von den Unparteiischen für Vergehen von Spielern, Trainern oder auch anderen Funktionären auf der Bank gezückt werden. Es gibt Gelbe Karten, Gelb-Rote Karten und Rote Karten, je nachdem wie sehr sich der jeweilige Übeltäter daneben benommen hat.

Nun aber wurde erstmals in der Geschichte des Fußballs eine Weiße Karte gezückt – und zwar in Portugal, dem einzigen Land, in dem es bisher die Weiße Karte gibt. So unbekannt diese im Weltfußball ist, so gibt es sie in Portugal schon eine Weile. Sie wurde in Lissabon 2015 eingeführt – zunächst nur im Futsal und im Kinderfußball.

Staatliche Initiative

Sie ist Teil einer staatlichen Initiative, des „Nationalen Plans für Ethik im Sport“, und soll „ethisch relevantes Verhalten“ von Spielern, Trainern und auch Zuschauern „anerkennen und belohnen“, so erklärt es das portugiesische Institut für Jugend und Sport. Die Weiße Karte sei „eine pädagogische Karte“. Es gibt sie nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Sportarten.

Schiedsrichterin Catarina Campos hat diese Belohnungskarte im Pokal-Derby der Frauen-Teams von Sporting und Benfica Lissabon gezeigt. Hintergrund: Die Mannschaftsärzte beider Teams hatten gemeinsam einem Fan geholfen, der auf der Tribüne bewusstlos geworden war. Campos zog daraufhin die Weiße Karte und deutete auf beide medizinischen Abteilungen. Dass Benfica das Spiel vor 15 032 Zuschauern (Zuschauerrekord bei Frauenspielen in Portugal) mit 5:0 gewann, geriet zur Nebensache.