Stuttgart - Der Schienenverkehr im Land findet nicht zu seinem Rhythmus. Die Klagen über die Leistungen der verschiedenen Bahnunternehmen reißen nicht ab. Nun zieht das Land weitere Konsequenzen. Betroffen davon ist die sogenannte Frankenbahn, die Verbindung von Stuttgart via Heilbronn nach Würzburg. Von März an wird der bisherige Platzhirsch DB Regio, der diese Strecke erst im Dezember 2019 an den privaten Konkurrenten Go-Ahead hat abgeben müssen, wieder zurückkehren.
Aushilfe Richtung Karlsruhe und Würzburg
Zunächst fährt der Regio-Ableger des Staatskonzerns von Montag, 2. März an werktags zwei Zugpaare zwischen Stuttgart und Würzburg. Von 10. April bis zum kleinen Fahrplanwechsel am 13. Juni pendeln die DB-Züge sechsmal täglich zwischen Stuttgart und Würzburg, zudem hilft die DB unter der Woche mit einem Zugpaar zwischen Stuttgart und Karlsruhe aus. Diese Zahlen nennt ein Bahnsprecher in Stuttgart auf Anfrage. Sein Pendant bei Go-Ahead erklärt hingegen, man befinde sich gegenwärtig noch in Gesprächen. Im Landesverkehrsministerium bestätigt man den Vorgang. „Der Einsatz wurde zwischen dem Land und den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeinsam geplant und entschieden“, erklärt ein Sprecher auf Anfrage. Er erinnert daran, dass Go-Ahead seit Dezember 2019 für mehr Verbindungen zuständig sei, „sodass aktuell auch hier eine Entlastung sinnvoll ist.“ Schon heute fahre „DB Regio Leistungen zwischen Stuttgart und Karlsruhe für Go-Ahead, damit der Betrieb stabil ist.“
Anstieg der Fahrgastzahlen erwartet
Das Land nennt die anstehenden Sanierungsarbeiten am Schienennetz der Deutschen Bahn als einen Grund für die Veränderungen. So wird die Strecke zwischen Stuttgart und Mannheim vom 10. April an bis in den Oktober hinein gesperrt und auf den neusten Stand gebracht. Das habe auch Auswirkungen auf die Verbindung von Stuttgart ins Unterland. „Wir erwarten während der Sperrung der Schnellfahrstrecke ein deutlich größeres Fahrgastaufkommen auf der Frankenbahn und wollen deshalb die Kapazität erhöhen“, sagt der Ministeriumssprecher. Für die vom Land bestellte Lösung greife man auf die Reserve der Bahn zurück. Die wird auf den genannten Strecken ihre eigenen Züge einsetzen, das bedeutet eine Rückkehr der Doppelstockwagen. Go-Ahead hingegen hat einstöckige Züge im Einsatz – was immer wieder Kritiker auf den Plan rief, das Platzangebot in den neuen Bahnen sei zu gering.