Schlaglochpiste in Kornwestheim 2,5 Millionen Euro für neue Hornbergstraße

Schlaglöcher sind nur ein Problem von vielen in der Hornbergstraße. Foto: Peter Mann

30 neue Bäume, mehr Stellplätze und eine klare Struktur soll der Abschnitt zwischen Stuttgarter und Stettiner Straße in Kornwestheim erhalten. Weil Radfahrer künftig auf der Straße fahren sollen muss das Tempo verringert werden.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Als „zwingend sanierungsbedürftig“ beschreibt die Stadtverwaltung Kornwestheim selbst den Abschnitt der Hornbergstraße zwischen dem Kreisverkehr Stuttgarter und der Einmündung Stettiner Straße. Neben Schlaglöchern zeichnen diese 500 Meter Strecke auch Engstellen auf der Straße, enge Parkplätze, eine unübersichtliche Radverkehrsführung und Bäume im schlechten Zustand aus. Das alles soll sich aber ändern. Dazu hat das Ludwigsburger Ingenieurbüro ISTW Planungsgesellschaft im Auftrag der Stadt ein Maßnahmenbündel geschnürt, das sich vielversprechend anhört.

 

Für 2,5 Millionen Euro wird nicht nur der Straßenbelag erneuert, sondern die gesamte Ausrichtung der Straße verändert. 30 neue Bäume sollen am Straßenrand gepflanzt werden. Nur vier werden gefällt. Zudem soll die Parkplatzzahl von 66 auf 72 steigen, wie Manuel Bühler von ISTW erklärte. Schon seit September 2022 diskutieren Verwaltung, Planungsbüro und Stadträte über die Neugestaltung, nun scheint eine Lösung gefunden, die allen zusagt.

Breitere Parkplätze

Grundgedanke ist dabei, den Straßenraum neu zu strukturieren. Künftig soll es klare Abgrenzungen entlang der gesamten Strecke geben zwischen den Gehwegen auf beiden Seiten, der Baumreihe, dem Parken am Fahrbahnrand und dann der Fahrbahn. Die Parkplätze sollen auch breiter werden – von derzeit rund 1,80 Meter auf 2,30 Meter.

Nur ein Gehweg ist dabei mit etwa drei Metern breit genug, durchgängig als barrierefrei angelegt zu werden. Kerngedanke hinter der Umgestaltung ist, den Radverkehr auf der Straße zu führen. Das soll dann auch deutlich gekennzeichnet werden, und gehe laut Bühler nur, wenn auf der Strecke die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 40 auf 30 Stundenkilometer gesenkt wird.

Die Fahrbahn selbst soll künftig eine Breite von sechs Metern haben. Das reiche laut den Planern auch für die Begegnung von Bus und Müllfahrzeug – bei der neuen Höchstgeschwindigkeit. Eine wesentliche Änderung erfolgt im heutigen Kurvenbereich im Abschnitt zwischen der Einmündung Lichtensteinstraße und Stettiner Straße. Da die Linksabbiegespur in Richtung Hornbergdurchlass künftig entfällt, weil sie laut Bühler verkehrlich unnötig ist, kann der so gewonnene Platz für die Anlage von größeren Grünquartieren mit Baumpflanzungen und die Anlage von eingezogenen Parkplätzen genutzt werden.

Fertigstellung erst 2026

Von den 2,5 Millionen Euro Gesamtkosten soll ein Großteil aus Fördermitteln stammen. Weil die Maßnahme im Sanierungsgebiet „Südlich Salamander Stadtpark“ liegt, rechnet man mit einer Förderung von 60 Prozent der Kosten. Läuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten im März oder April 2025 beginnen. Rund ein Jahr soll die Umgestaltung dauern.

Die Stadträte im Ausschuss für Umwelt und Technik lobten die Planung einhellig und gaben dem Gemeinderat für dessen Sitzung am Donnerstag, 22. Februar, eine einstimmige Beschlussempfehlung für die Maßnahme.

Fernwärme als Option

Diskutiert wurde allerdings ein Thema, das für die Planung gar nicht zentral scheint. Es war den Stadträten nämlich wichtig, dass die Baumaßnahmen abgestimmt werden mit denen der Stadtwerke. Denn die Anwohner der Hornbergstraße sollen künftig Fernwärmeleitungen erhalten. Wichtig sei, so sagten es mehrere Stadträte, dass die Straße nicht mehrmals aufgerissen werde.

Dirk Maisenhölder, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen im Kornwestheimer Rathaus, sagte, dass einmal im Jahr eine Abstimmung mit den Stadtwerken stattfinde, eben genau zu solchen Themen. Der Erste Bürgermeister Daniel Güthler erklärte in dem Zusammenhang, dass die Stadtwerke zum Thema Fernwärme in die Kundenakquise gingen und es keinesfalls so sei, dass jeder nun einen Fernwärmeanschluss nehmen müsse. „Es ist aber eine Option, die wir der Bevölkerung gerne offen halten“, sagte Güthler.

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