Schlossplatz in Stuttgart „Demo für alle“-Symposium bringt Gegenprotest auf die Straße

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Die Organisatoren der sogenannten „Demo für alle“ haben im Februar ein Symposium in Stuttgart angekündigt – am selben Tag, an dem auch ein AfD-Sonderparteitag in Böblingen stattfindet. Gegner, die den Veranstaltern Homophobie vorwerfen, organisieren Gegenprotest.

Zuletzt machte die „Demo für alle“-Bewegung 2018 mit dem sogenannten „Bus der Meinungsfreiheit“ in Stuttgart halt. Damals waren die Gegendemonstranten in der vielfachen Überzahl. Foto: Lichtgut//Max Kovalenko
Zuletzt machte die „Demo für alle“-Bewegung 2018 mit dem sogenannten „Bus der Meinungsfreiheit“ in Stuttgart halt. Damals waren die Gegendemonstranten in der vielfachen Überzahl. Foto: Lichtgut//Max Kovalenko

Stuttgart - Die Organisatoren der sogenannten „Demo für alle“ finden am 15. Februar wieder ihren Weg nach Stuttgart – allerdings offenbar nicht mit einer Demonstration selbst, sondern mit einem Symposium. Die Bewegung, die sich gegen die Gleichberechtigung sexueller Minderheiten ausspricht, ruft in Stuttgart traditionell viel Gegenprotest auf den Plan. Das neuerdings nicht mehr vom Familienministerium unterstützte „Projekt 100% Mensch“ hat ab 13.30 Uhr eine Gegenkundgebung auf dem Schlossplatz angemeldet, wie die Verwaltung bestätigt. Ob der Gegenprotest überhaupt in Sichtweite der „Demo für alle“-Bewegung geschieht, ist dabei unklar.

Der Veranstaltungsort für das Symposium unter der Überschrift „Familie am Abgrund – Ursachen und Auswege“ soll erst kurzfristig bekanntgegeben werden. „Wegen Störern machen wir das immer so“, sagt Hedwig von Beverfoerde, die Organisatorin der „Demos für alle“ auf Nachfrage unserer Zeitung. Zu den Referenten des Symposiums zählt zum Beispiel der Wirtschaftsprofessor Jörg Guido Hülsmann, der auch Autor der Zeitschrift „eigentümlich frei“ ist. Viele Politikwissenschaftler ordnen „eigentümlich frei“ der Neuen Rechten zu.

Symposium fällt terminlich auf AfD-Parteitag

Die Gegner des Symposiums, das Bündnis „Vielfalt für alle“, hofft indes, einen möglichst großen Unterstützerkreis zu gewinnen. „Wir wollen, dass der Tag ein Tag für die Regenbogenfamilien wird“, sagt Bettina Schreck vom „Projekt 100% Mensch“. Der CSD Stuttgart und der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hätten bereits ihre Unterstützung zugesichert. Der Aufruf zur Gegendemo richte sich auch an die Parteien.

Das Symposium der „Demo für alle“-Organisatoren fällt auf den selben Tag wie der Sonderparteitag der Landes-AfD im unweiten Böblingen. Beim „Projekt 100% Mensch“ glaubt man nicht an einen Zufall, zumal auf den vergangenen „Demos für alle“ viele AfD-Politiker am Rednerpult standen und unter den Demonstranten AfD-Anhänger sehr stark repräsentiert waren. Hedwig von Beverfoerde widerspricht: „Das hat damit gar nichts zu tun. Unser Symposium findet unabhängig von irgendwelchen Parteitagen irgendwelcher Parteien statt.“

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