Schorndorfer Ehrenbürger gestorben Stadt trauert um Karl-Otto Völker

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Karl-Otto Völker, Ehrenbürger der Daimlerstadt, ist nach längerer Krankheit gestorben. „Ein wirklich trauriger Tag“, sagt der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Ein Nachruf.

Karl-Otto Völker war stets an den Menschen interessiert.Karl-Otto Völker war stets an den Menschen interessiert. Foto: Stadt Schorndorf
Karl-Otto Völker war stets an den Menschen interessiert.Karl-Otto Völker war stets an den Menschen interessiert. Foto: Stadt Schorndorf

Schorndorf - Viele Menschen in Schorndorf werden Karl-Otto Völker als Stadtführer in Erinnerung behalten, als wandelndes Lexikon und als einen Mann, der einen anderen großen Sohn der Stadt in Perfektion gemimt hat: Gottlieb Daimler. Der verkleidete Karl-Otto Völker sah tatsächlich aus wie Gottlieb Daimler. Völker verkörperte seine Rolle mit Hingabe und Leidenschaft. Zusammen mit seiner Frau hat er eine Daimler-Biografie herausgegeben.

Doch dieser im März 1946 in Schorndorf geborene Karl-Otto Völker war so viel mehr: Seit 1971 war er Sozialdemokrat, von 1978 bis 2016 Stadtrat in Schorndorf, ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Völker war Kreisrat und Mitglied des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Waiblingen, Vorstandsmitglied des Sportkreises Rems-Murr, Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Hardware4Friends, Gründungsmitglied der Freunde der Rems-Murr-Klinik Schorndorf und Patientenfürsprecher.

Bis 2018 Vorsitzender des Landesseniorenrats

Karl-Otto Völker war von 2013 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender des Landesseniorenrats und bis Ende 2018 Vorsitzender dieses Gremiums. Er war zeitlebens ehrenamtlich engagiert. Die Wurzeln seines Einsatz für die Allgemeinheit liegen beim CVJM. Bereits als Schüler hatte Völker Jugendgruppen geleitet und Zeltlager organisiert. Im Vorstand des Stadtjugendrings brachte er von 1966 bis 1971 Konzerte auf die Bühne und Jugendbälle in die Hallen.

Als junger Mann bemühte sich Völker auch um die Gründung eines autonomen, selbstverwalteten Jugendhauses. 1972 wurde das Schorndorfer Jugendzentrum Hammerschlag eröffnet. Völker war lange Jahre zweiter Vorsitzender des Schorndorfer Clubs Manufaktur, er war Gründungsmitglied des Schorndorfer Jazzclubs Session ’88 und und und. Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2011 war dieser Tausendsassa Völker bei der AOK beschäftigt, unter anderem seit 1974 als Pressesprecher und später als Leiter der Abteilung Produktmanagement/Kommunikation/Gesundheitsförderung. Völker wurde 2018 das Ehrenbürgerrecht seiner Geburts- und Heimatstadt verliehen.

Interesse an den sogenannten einfachen Menschen

Am Samstag ist Völker nach längerer Krankheit gestorben. „Ein wirklich trauriger Tag“, sagt der Schorndorfer OB Matthias Klopfer (SPD). „Karl-Otto Völker war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben“, so der Rathauschef, mit Völker habe er auch privat ganz besondere Momente erlebt. Völker, so Klopfer, „hat mich geprägt in meinem Verständnis von Kommunalpolitik“. Völkers Credo: Wer gute (Kommunal)Politik machen wolle, müsse die Menschen lieben.

Zu einem von Karl-Otto Völkers liebsten Orte zählte – nach Schondorf versteht sich – die Insel Sylt. Bei seinen Besuchen auf der nördlichsten deutschen Insel ließ sich der Mann, der daheim als Gottlieb Daimler die Menschen durch die Gassen führte, auch mal selbst durch die Ortschaften geleiten. Auch auf Sylt war er stets ganz besonders interessiert an den sogenannten einfachen Menschen.




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