Seefest in Stuttgart-Rohr „Die Metal-Gemeinde, das sind alles friedliche Leute“

Das Rohrer Seefest: Treff der Familien und der Heavy-metal-Freunde. Foto: /Bettina Meister

Das älteste Umsonst & Draußen-Festival der Stadt findet am 17. und am 18. Juni mitten in Rohr am See statt. Es treten auch einige Bands aus Stuttgart auf.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Es ist natürlich schon etwas gewagt, den Stuttgarter Stadtteil Rohr mit der Schleswig-Holsteinischen Kleinstadt Wacken zu vergleichen. Aber immerhin: Beide haben ein mehrtägiges Rockfestival im Angebot, das sich vor allem der etwas härteren Gangart Metal und Punk verschrieben hat. Doch während es im Norden für die 80 000 Fans (ausverkauft!) erst Anfang August los geht, spielt in Rohr schon am 17. Juni die Musik. Hier sind es nur zwei Tage, die dafür an einem sehr lauschigen Ort stattfinden, dem See in der Ortsmitte – und der Eintritt ist frei.

 

Das älteste Umsonst & Draußen-Festival

Das Rohrer Seefest steht unter dem Motto „Der See ruft“. Das ist dann jetzt zum 47. Mal so und damit ist es das älteste Umsonst & Draußen-Festival in Stuttgart. Das bedeutet: Das Festival finanziert sich selbst aus dem Verkauf der Speisen und Getränke an den beiden Festival-Tagen. Und beim Rohrer Seefest bleibt meist sogar ein Überschuss, der einem sozialen Projekt zugute kommt.

Und damit die Speisen und Getränke auch gut schmecken, gibt es eine gute Auswahl an Live-Bands. Neun Stück sind es an diesem Samstag und Sonntag, den Auftakt gestaltet um 12 Uhr das Stuttgarter Quintett Think Tanks Down. Im vergangenen Jahr haben sie ihr erstes Album herausgebracht. Ansonsten freuen sich die Veranstalter auf Alveole aus Nürnberg (Samstag, 20 Uhr), ein Quartett mit der Frontfrau Silvia. Zum Schluss treten wieder vier Jungs aus Stuttgart auf: The Journey Back stehen am Sonntag von 18 Uhr an auf der Bühne. Ein Wiedersehen gibt es am Sonntag von 14 Uhr an mit der Band Gaffa.

Lauter friedliche Leute

Letztere sind für Larissa Reyle vom Veranstalter-Team ein Beleg, dass das Seefest nicht nur beim Publikum beliebt ist, sondern auch bei den Musikern. „Alle Bands müssen sich bewerben und wir suchen dann aus“, so Reyle zum Veranstaltungsmodus: „Die allermeisten Bands fühlen sich bei uns gut aufgehoben.“ Deshalb bewerben sich manche mehrmals.

Bis 22 Uhr spielt die Musik, bis 23 Uhr leert sich dann das Festivalgelände. „Die Metal-Gemeinde, das sind alles denkbar friedliche Leute“, weiß Reyle, aber natürlich: „Die Musik ist nicht jedermanns Geschmack. Und wir wollen das gute Verhältnis zu den Anwohnern in der Umgebung beibehalten. Deshalb ist um 22 Uhr mit der Musik Schluss.“ Damit verschiedene Interessen bedient werden, gibt es am Sonntag auch ein Kinderprogramm. Und schließlich die Spendenaktion: „Wir unterstützen ein Projekt der Mobilen Jugendarbeit, die in ihren Büroräumen im Herzen der Stuttgarter Innenstadt ein Tonstudio betreibt. Dieses wird von Jugendlichen dafür genutzt, unter pädagogischer und tontechnischer Anleitung ihre eigenen Songs zu produzieren.“ Ziel des Projektes sei es, jungen Menschen einen niederschwelligen und kostenfreien Zugang zu professioneller Audio- und Beatproduktion zu geben. Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, sich auszuprobieren.

Wenn das Wetter mitmacht, werden etwa 1000 Besucher erwartet, die sich auf ein rustikales Essen- und Getränkeangebot freuen können zu günstigen Preisen. Auch die Spezialsoße namens Sud, die es exklusiv am Seefest zu Rote und Schweinehals gibt, wird schon angerührt. „Das nehmen auch Veganer“, weiß Reyle. Und manch einer wird an heißen Tagen die Abkühlung im See suchen. Aber davon raten die Veranstalter ab.

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