Sexpuppen-Bordell in Freiberg am Neckar Betreiber wehrt sich gegen mögliches Verbot

Ist der Laden in Freiberg ein Bordell mit Sexpuppen wie das in Paris? Das muss nun die Stadt klären. Foto: AFP, factum/Bach
Ist der Laden in Freiberg ein Bordell mit Sexpuppen wie das in Paris? Das muss nun die Stadt klären. Foto: AFP, factum/Bach

Die Frist für den Betreiber eines Sexpuppen-Bordells in Freiberg ist abgelaufen. Er erklärt gegenüber der Stadt: Sein Etablissement ist keine Vergnügungsstätte. Nun ist die Frage, ob ihm die Stadt das glaubt.

Ludwigsburg: Philipp Obergassner (pho)
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Freiberg/Neckar - Die Frist für den Betreiber des Sexpuppen-Bordells in Freiberg am Neckar ist abgelaufen. Zwei Wochen hatte er Zeit gehabt, der Stadt zu erklären, was er da eigentlich in einem Gewerbegebiet anbietet. Für den Ordnungsamtsleiter Peter Müller schien die Sache klar zu sein: „Aus unserer Sicht handelt es sich hier um eine Vergnügungsstätte, was an diesem Ort unzulässig wäre.“ Es drohte das Verbot des Etablissements.

Nun hat der Betreiber reagiert: Am vergangenen Donnerstag erreichte die Stadt ein Schreiben eines Anwalts. Darin die Erklärung des Betreibers: Sein Laden sei keine Vergnügungsstätte, es fänden darin, wie angemeldet, lediglich der Vertrieb und die Vermietung von Sexpuppen statt. Im rechtlichen Sinne könnte diese Erklärung die Schließung verhindern, denn solange Kunden nicht vor Ort ihr „Vergnügen“ finden, ist es keine Vergnügungsstätte, sondern ein einfaches Gewerbe.

Es bestehen Zweifel an der Erklärung des Betreibers

Es sind jedoch Zweifel angebracht, ob das tatsächlich der Fall ist. Denn bis vor kurzem warb der Betreiber noch auf einer Sexplattform im Internet mit einer „neuen Generation von Sex“ und Sexpuppen, die „immer extrem willig und absolut unkompliziert“ seien. Mittlerweile ist der Text im Forum nüchterner gehalten: Man könne diskret einen Termin vereinbaren und „unsere Artikel in Ruhe vor Ort begutachten“. Nach jeder „Begutachtung des Kunden“ würden die Sexdolls gereinigt und desinfiziert. Und um auch den letzten Eindruck zu zerstreuen, dass es sich dabei um ein Puppen-Bordell handeln könnte, steht ganz unten noch der Hinweis: „Vertrieb/Vermietung von Erotikartikeln“.

Der Betreiber selbst möchte sich immer noch nicht gegenüber der Presse äußern. Offener zu Journalisten war er nur gegenüber dem Stuttgarter Stadtmagazin „Lift“. Dort hat er erklärt, wie er die Idee zu seinem Etablissement hatte. Das Dortmunder Etablissement „Bordoll“ sei sein Vorbild gewesen. Er selbst habe vorher auch schon ein klassisches Bordell im Stuttgarter Süden betrieben und wisse daher, was Männer wollten. Nachschub an Puppen habe er auch schon bestellt.

Was macht die Stadt, wenn sie nur zu sehen bekommt, was sie sehen soll?

Für den Ordnungsamtschef Müller wird nun entscheidend sein, was er bei seiner Ortsbesichtigung zu sehen bekommt. Seit die Existenz des Etablissements Mitte September öffentlich geworden war, wollte Müller den Laden einmal inspizieren – der Betreiber hatte jedoch nie auf die Anfrage geantwortet. Nun hat Müller auf Vermittlung des Anwalts einen Termin. Er will dabei vor allem auf Räumlichkeiten achten, die Kunden Rückzugsmöglichkeiten geben.

Bleibt die Frage, was Müller macht, wenn er vom Betreiber nur das gezeigt bekommt, was gebietskonform ist. „Da muss ich mir noch überlegen, wie ich damit umgehe“, sagt Müller. Auf jeden Fall wolle er den Betreiber mit der Werbung im Internet konfrontieren, in dem bislang stark der Eindruck vermittelt wurde, Kunden könnten vor Ort Sex mit den Puppen haben. Erfahrungsberichte von Mitgliedern eines Internet-Forum legen dies auch nahe. Sollte Müller zu dem Schluss kommen, dass es eine Vergnügungsstätte ist, würde er den Betrieb untersagen. Müller geht davon aus, dass der Betreiber daraufhin Widerspruch einlegen und den Rechtsweg beschreiten wird. Kurzum: Es wird wohl zu einer Gerichtsverhandlung kommen.




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