Sindelfingerin bei „The Voice of Germany“ Melissa Muamba wagt den Sprung auf die große Bühne

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Melissa Muamba aus Sindelfingen tritt am Donnerstag bei der Castingshow „The Voice of Germany“ auf. Damit will sie auch andere dazu ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen.

Melissa Muamba liebt es, auf der Bühne zu stehen. Foto: Andre Kowalski, Pro Sieben/Sat1
Melissa Muamba liebt es, auf der Bühne zu stehen. Foto: Andre Kowalski, Pro Sieben/Sat1

Böblingen - Einmal auf der ganz großen Bühne zu stehen – davon träumen viele Musiker. Melissa Muamba aus Sindelfingen-Maichingen (Kreis Böblingen) hat es geschafft. Die 26-Jährige tritt am Donnerstag in der Castingshow „The Voice of Germany“ auf.

Die Idee dazu stammte jedoch nicht von ihr. Vielmehr entdeckte sie eines Tages eine Email des „The Voice“-Teams mit der Einladung zu einem Casting in Stuttgart in ihrem Postfach. Die Verantwortlichen hatten die Videos von „The Hunting Elephants“ – der Indie-Pop-Band, in der Muamba seit 2015 als Frontfrau singt – gesehen und waren von ihrer Stimme begeistert. „Da dachte ich mir, ich probiere es einfach“, sagt die 26-Jährige, ging zum Casting – und hatte Erfolg. Auch weitere Auswahlrunden meisterte sie und hielt schließlich die Einladung zu den sogenannten Blind Auditions, die im Fernsehen zu sehen sind, in den Händen.

Vier Juroren entscheiden über den Erfolg der Kandidaten

Dabei treten die Talente einzeln auf, während die Juroren – in diesem Jahr Yvonne Catterfeld, Mark Forster, Michael Patrick Kelly sowie Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier – ihnen den Rücken zukehren. Sind sie vom Gesang eines Kandidaten überzeugt, drücken sie einen roten Knopf und bekommen erst dann den Sänger oder die Sängerin zu sehen. Entscheiden sich mehrere Juroren für ein Talent, kann dieses selbst auswählen, wessen Team es beitreten möchte. Melissa Muamba jedenfalls hat klare Favoriten: die Fantas. Sie könne sich mit ihnen besonders gut identifizieren, sagte sie, da die beiden auch aus der Region Stuttgart stammten.

Dass die Musik in ihrem Leben eine große Rolle spielen würde, hat die 26-Jährige, die in Brüssel aufwuchs, schon früh geahnt. Bereits im Alter von zwölf Jahren experimentierte sie mit einer DJ-Software herum und produzierte eigene Stücke. „Das ist mein Ding. Das ist das, was ich machen möchte“, das wurde Melissa Muamba, die über ihren Vater kongolesische Wurzeln hat, schnell klar.

Erste Bühnenerfahrung bei Schulfest gesammelt

2010 zog sie mit ihrer Familie nach Maichingen, wo Muambas Großmutter einst geboren worden war. Um Deutsch zu lernen und ihren französischen Akzent zu verlieren, schaute sie sich jeden Abend Nachrichtensendungen im Fernsehen an und sprach die Texte nach. Im Pfarrwiesengymnasium trat sie der Schulband „Fear of Flying“ bei, mauserte sich dort zur Frontfrau und sammelte bei einem Schulfest erste Bühnenerfahrung. Nach dem Abitur gründete Muamba, die in Tübingen Politikwissenschaft und Französisch studiert, mit drei befreundeten Musikern die Band „The Hunting Elephants“, mit der sie zahlreiche Konzerte in der Region, aber auch in der Schweiz absolviert hat. Fünf Minuten vor einem Auftritt sei sie immer schrecklich nervös, sagt die 26-Jährige und lacht. „Sobald ich aber einen Fuß auf der Bühne habe, ist das komplett weg.“

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Auch wenn Muamba sonst auf selbst komponierte Stücke setzt, singt sie bei „The Voice“ ein Cover, das gehört zum Konzept der Show. Sie hat sich für „I would die for you“ von Prince entschieden. „Das passt, das ist mein Lied“, davon ist die 26-Jährige überzeugt. Gerade der Anfang des Textes hat es der jungen Frau mit dem androgynen Stil angetan: „Ich bin keine Frau, ich bin kein Mann, ich bin etwas, das du nie verstehen wirst“, heißt es dort. Mit ihrer Teilnahme bei „The Voice“ will Muamba nämlich auch zeigen, dass man alles erreichen kann, wenn man nur man selbst bleibt. „Ich bin anders und sehe auch nicht 0815 aus. Aber das hält mich nicht zurück, meine Träume zu erreichen“, sagt sie.

Der Traum: ein eigenes Plattenlabel

Außerdem will sie dem Kreis Böblingen und den künstlerischen Talenten, die es hier gibt, mehr Aufmerksamkeit verschaffen. „Man muss nicht nach Berlin ziehen, damit man etwas reißen kann“, sagt die 26-Jährige. Ihr großes Ziel für die Zukunft ist daher auch ein eigenes Plattenlabel, mit dem sie Künstlern aus der Region eine Plattform bieten will.

Termine: Die Fernsehshow „The Voice of Germany“ mit Melissa Muamba wird am Donnerstag, 25. Oktober, um 20.15 Uhr auf Pro Sieben ausgestrahlt. Wer die The Hunting Elephants live erleben will, der hat am Samstag, 10. November, ab 19 Uhr beim Raumwelten-Festival im Akademiehof in Ludwigsburg die Gelegenheit. Der Eintritt ist frei.