Skandal im schwedischen Königshaus Mille, der Gangsterkönig

Für das schwedische Königspaar war 2011 kein gutes Jahr. Foto: dpa 3 Bilder
Für das schwedische Königspaar war 2011 kein gutes Jahr. Foto: dpa

Ein Gangster macht dem Monarchen Carl Gustaf XVI. die Schlagzeilen streitig. Er streut schlüpfrige Details über dessen Privatsphäre.

Korrespondenten: Hannes Gamillscheg (gam)
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Stockholm - Am 18. Oktober stoppte eine Polizeipatrouille in Stockholm einen SUV, dessen schlingernde Fahrweise sie an einen trunkenen Fahrer glauben ließ. Der Mann am Steuer hieß Mille Markovic, und wie die anschließende Unterhaltung zwischen Delinquent und Ordnungshüter ablief, zeigt die Anzeige, die dem Intermezzo folgte: wegen "gefährlichen Fahrens mit Drogen im Blut", wegen "Vorbereitung grober Misshandlung", wegen "Verstoßes gegen das Waffengesetz", wegen der "Drohung, einen Polizisten zu erschießen" und wegen "gewaltsamen Widerstandes" muss sich Markovic vor Gericht verantworten.

"Kleinigkeiten" nennt der Anwalt Thomas Martinsson das Sündenregister seines Klienten, denn Markovic saß auch schon wegen Erpressung, Misshandlung, Rauschgiftdelikten und Steuerbetrugs insgesamt vier Jahre hinter schwedischen Gardinen. Ein abgehärteter Gangsterkönig also, und doch ein Mann, der Schwedens wahrem Monarchen die Schlagzeilen streitig macht: Markovic ist der Inhaber jener kompromittierenden Fotos, die Carl Gustaf XVI. angeblich im Clinch mit leicht bekleideten Damen zeigen. Das Bild, das der ehemalige Stripclubinhaber der Zeitung "Expressen" gab, hat sich zwar als plumpe Fälschung erwiesen. Markovic aber sagt, er habe noch viel mehr von der Sorte. Er will sie in seiner bald erscheinenden Autobiografie veröffentlichen sowie auf seiner Internetseite, als "Pay-per-view", für 29,90 Kronen das Stück.

Der widerwillige Monarch

So hält sich der 50-Jährige in den Schlagzeilen, seit vor einem Jahr Carl Gustafs Skandalbiografie "Der widerwillige Monarch" erschien, deren schlüpfrige Kapitel hauptsächlich auf Milles Insiderinformationen beruhten. Dabei sollte ein Mann mit seiner Karriere die Öffentlichkeit eher meiden. 1961 im serbischen Kragujevac geboren, kam er als Pflegekind nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter nach Schweden, wo er mit 21 die Staatsbürgerschaft erwarb und sich zuerst als Handlanger und Boxer durchschlug.

Seine Profikarriere endete nach nur vier Kämpfen, von denen er nur den ersten gewann, kläglich, doch seine Kräfte setzte er fortan profitabler ein. Er arbeitete sich in der Unterwelt nach oben, diente der berüchtigten "Balkanmafia" als Geldeintreiber, versorgte illegale Spiel- und Sexclubs mit Frauen, zeugte nebenher sieben Kinder und betrieb später selbst die einschlägigen Etablissements Privé und Lady.




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