Solawis in Stuttgart Nicht für jeden Bauern ist das Angebot attraktiv

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Der Reyerhof konnte sich gut auf diese Bedingungen einlassen, denn als langjähriger Demeter-Betrieb mit mehreren Gesellschaftern waren die Inhaber solche demokratischen Prozesse schon gewöhnt: „Das passt sehr gut zu unserer Struktur“, sagt Simpfendörfer. Selbstverständlich ist das nicht – es gab durchaus Bauern, die das Angebot von Solawis abgelehnt haben.

Die Arbeitseinsätze auf dem Hof sind freiwillig

Die Motivation der Menschen, bei Solawis mitzumachen, ist ganz unterschiedlich. Alexandra Waldleitner aus Tübingen möchte die Landwirte dabei unterstützen, frei von ökonomischen Zwängen gute Lebensmittel anbauen zu können. Tom Knaffll hat eher einen volkswirtschaftlichen Blick: Er hofft, dass sich mit der Zeit ein neues wirtschaftliches Muster entwickelt. Und Lena Steinbuch hat sich im Supermarkt immer geärgert, dass sie Kartoffeln aus Israel und Äpfel aus Chile kaufen sollte: „Mir fehlte die Transparenz und die Regionalität“, sagt sie.

Bioprodukte möglichst günstig zu bekommen, war im Übrigen für fast niemanden ein Grund, bei Solawis mitzumachen. Lena Steinbuch beteuert, dass sie nie nachgerechnet hat, wie günstig oder teuer ihr Solawis-Anteil eigentlich ist. Im Gegenteil, einer der Leitsprüche lautet: „Wenn das Gemüse seinen Preis verliert, gewinnt es seinen Wert zurück.“ Steinbuch weiß gar nicht mehr, was ein Salat im Laden kostet.

Die Arbeitseinsätze auf dem Reyerhof müssen neue Mitglieder übrigens nicht fürchten. Erstens sind sie freiwillig, und zweitens haben sie weniger das Ziel, Christoph Simpfendörfer Arbeit abzunehmen. „Es geht vielmehr darum, die ökologische Landwirtschaft besser kennenzulernen“, sagt Steinbuch. Tatsächlich hat Christoph Simpfendörfer viel Arbeit schon erledigt; er war schon morgens um vier Uhr zum Hacken auf dem Feld. „Da waren die Temperaturen noch angenehm“, lacht er.

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