Sonnenschutzmittel bei Stiftung Warentest Günstig schützt gut!

Von Regine Warth 

Sonne kann der Haut schaden, daher: Sonnencreme nicht vergessen! Die Stiftung Warentest hat aktuell 19 Produkte getestet. Darauf sollten Sonnenanbeter beim Kauf von Sonnenschutzmittel achten.

Der Preis spielt für die Qualität der  Sonnencreme keine ausschlaggebende Rolle.   Das hat der aktuelle Test der Stiftung Warentest    gezeigt. Foto: dpa
Der Preis spielt für die Qualität der Sonnencreme keine ausschlaggebende Rolle. Das hat der aktuelle Test der Stiftung Warentest gezeigt. Foto: dpa

Berlin - Urlaubsbräune gilt als attraktiv – aber zu viel Sonne verbrennt die Haut, lässt sie altern und kann zu Krebs führen. Daher: Sonnencreme nicht vergessen! Doch welche schützt auch gut? Stiftung Warentest hat getestet.

Auf was gilt es beim Kauf einer Sonnenmilch als Erstes zu beachten?
Das Wichtigste ist der UV-Schutz, sagt Isabella Eigner von der Stiftung Warentest. Vor allem Kinder brauchen ein Sonnenmilch mit einem Schutzfaktor von mindestens 30, besser 50. Der Faktor gibt an, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Bei Kindern muss die Haut in den ersten 15 Lebensjahren ihre natürlichen Schutzmechanismen selber aufbauen. Daher sollten Babys die Sonne möglichst komplett meiden. „Aber auch sehr hellhäutige Menschen sollten auf einen hohen Schutz vor UV-Strahlung setzen“, sagt Eigner. Denn ihr Eigenschutz reicht zum Teil weniger als zehn Minuten (siehe Infokasten). Wassersportler und Kranke, die immundämpfende Medikamente einnehmen, sind mit Cremes mit hohem Schutzfaktor ebenfalls gut beraten, heißt es bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Grundsätzlich sollte keiner auch mit Sonnencreme die Schutzzeit ausreizen, sondern nach zwei Dritteln der Zeit aus der Sonne zu gehen, heißt es bei Stiftung Warentest.
Schützen teure Produkte besser als günstige?
Der Preis spielt für die Qualität der Sonnencreme keine ausschlaggebende Rolle. Das hat der aktuelle Test der Stiftung Warentest gezeigt: „18 von 19 Lotionen und Sprays halten ihr UV-Schutz-Versprechen“, lautet das Fazit. Die Bewertung „sehr gut“ erhielten sogar die vier günstigsten Produkte der Eigenmarken von Lidl, Penny und Rewe, dm und Real. Die Testsieger überzeugten auch mit ihrer feuchtigkeitsspendenden Eigenschaft. Und, dass sie gut mit Keimen fertig werden. Weitaus teurere Produkte wurden zwar auch gut bewertet, allerdings ergaben die Messungen, dass nicht jedes der Mittel der Haut auch so gut mit Feuchtigkeit versorgt wie die Testsieger.
Von welchen Produkten sollte man eher die Finger lassen?
Schlecht bewertet wurde die Tube „Sunmilk Sensitive“ von Eco für rund 16 Euro. Sie schützt nur mangelhaft vor der UVA-Strahlung, die die Haut vorzeitig altern lässt und das Hautkrebsrisiko erhöht. Auch beim mikrobiologischen Test schnitt das Produkt nur mit „ausreichend“ ab. Offensichtlich ist die Creme nur schlecht konserviert: Sie wurde nicht mit den im Test zugesetzten Keimen fertig. Punktabzug gab es auch, wenn die Sonnenmilch zwar einen einwandfreien Lichtschutz bietet, aber gesundheitlich bedenkliche Duftstoffe enthält. Denn diese können unter anderem allergische Reaktionen auslösen. „Wer in Sachen Allergien empfindlich ist, kann generell parfümfreie Mittel nehmen“, sagt Isabella Eigner. Kritisch sieht die Stiftung Warentest auch den sogenannten „Sunblock“ von Lush – also ein wachsartiger Riegel aus Sesamöl und Kakaobutter, den man beim Duschen auf die nasse Haut verteilt: Er ist teuer und schützt nicht genug vor UVA-Strahlung, sagt Isabella Eigner.
Macht es einen Unterschied, ob Sonnenmilch aus der Tube kommt oder auf die Haut aufgesprüht wird?
Nein, die Schutzwirkung ist bei allen gleich. „Das ist Geschmackssache“, sagt Eigner. Wichtig ist, dass gründlich eingecremt wird. Sie empfiehlt für Erwachsene, die Menge von drei Esslöffeln Sonnenmilch auf den Körper zu verteilen. Kinder brauchen nicht ganz so viel, sollten aber besonders gut eingecremt werden. „Wer Sprays verwendet, sollte sich zweimal einsprühen, um die Haut genügend zu schützen“, sagt Eigner. Dabei sollten die Sonnenterrassen berücksichtigt werden: Ohren, Nase, Nacken, Fußrücken. Auch die Waden und die Innenseite der Unterarme kommen beim Eincremen oft zu kurz. Für Männer mit lichtem Haupthaar gilt: Kopfhaut nicht vergessen.
Wie oft darf nachgecremt werden?
Dass man mit ständigem Nachcremen länger in der Sonne bleiben kann, gehört zu den typischen Mythen. Man kann mit Nachcremen den Schutz nicht verlängern, warnt die Stiftung Warentest. Lediglich diejenigen, die schwitzen oder schwimmen, sollten sich mehrmals nachcremen, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Das gilt auch dann, wenn die Hersteller der Cremes darauf hinweisen, dass ihre Produkte „wasserfest“ sind: „Ein Teil des Schutzes kann beim Baden verloren gehen“, warnt die Stiftung Warentest.
Wie lässt sich der weiße Film auf der Haut oder hässliche Flecken auf der Kleidung nach dem Eincremen vermeiden?
Wer sich vor weißlichen Schlieren auf der Haut fürchtet, kann beruhigt sein: „Heutzutage setzen selbst die Hersteller von Sonnencremes mit mineralischen Filtern auf eine neue Rezeptur“, sagt Eigner. Viele verwenden Nanopartikel, die das Licht in verschiedene Richtungen streuen, ohne als Film auf der Haut sichtbar zu sein. Eine Gesundheitsgefahr besteht übrigens dabei nicht. Keine Lösung gibt es jedoch für die mögliche Fleckengefahr. Die gelblichen Verfärbungen entstehen auch nicht durch die Creme allein: „Oft ist es die Mischung von Schweiß, Hautfett und Creme“, sagt Isabella Eigner. Auch das Waschmittel kann dabei eine Rolle spielen. „Das ist eine solche individuelle Mischung, dass es bislang keine Möglichkeit gibt, ein Testverfahren zu entwickeln, dass dabei helfen könnte, herauszufinden, wie sich solche Flecken wieder auswaschen lassen“, sagt Eigner. Daher gilt weiterhin der Rat: nach dem Eincremen sich nicht gleich anziehen, sondern die Creme erst einziehen lassen.
Darf die Sonnencreme vom letzten Jahr verwendet werden?
Das kommt auf den Geruch und die Konsistenz an. Riecht die Sonnenmilch ranzig und zerteilt sich die Milch in eine wässrige und eine feste Masse, kann man die Creme wegwerfen. Ist das nicht der Fall, kann sie weiterverwendet werden. „Nur weil eine Sonnencreme ein Jahr alt ist, heißt es nicht, dass sie an Schutz verliert“, sagt Isabella Eigner.

Welche Sonnencreme brauche ich?

Kinder Kinderhaut ist sehr empfindlich. Sie brauchen Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LFS) 30 oder höher.

Hauttyp I Hellhäutige Typen mit meist blauen Augen und rötlichem Haar haben eine Eigenschutzzeit von fünf bis zehn Minuten. Sie benötigen Sonnencreme mit LFS 30 bis 50 plus

Hauttyp II Hellhäutige Typen mit blauen, grünen oder grauen Augen, blondem Haar können bis zu 20 Minuten ohne Schutz in der Sonne sein. Empfohlener LSF: 20 bis 50.

Hauttyp III Dunkelblonde Typen mit hellbraunem Teint und braunen bis grauen Augen können bis zu 25 Minuten ohne Schutz in der Sonne sein. Sie brauchen Sonnencreme mit LSF 15 bis 30.

Hauttyp IV Braunhaarige Typen mit dunklen Augen udn dunklem Teint können bis zu 30 Minuten ohne Schutz in der Sonne sein. Ihr empfohlener LSF beträgt 10 bis 15.