SPD fordert vom Verband Region Stuttgart Allianz bei S-Bahn-Kauf

Hoher Preis in der Kritik: der ET 430 von Bombardier Foto: Michael Steinert
Hoher Preis in der Kritik: der ET 430 von Bombardier Foto: Michael Steinert

Nach der Kritik am hohen Kaufpreis der neuen S-Bahnen vom Typ ET 430 fordert die SPD: Um die Marktmacht der wenigen Zughersteller zu brechen, soll die Region bei künftigen Käufen mit anderen S-Bahnnetzen zusammen arbeiten.

Stuttgart - Der Kauf von zehn S-Bahnzügen der Baureihe ET 430 durch den Verband Region Stuttgart sorgt weiter für Diskussionen. Bereits beim Beschluss Anfang Dezember in der Regionalversammlung gab es heftige Kritik. Sie entzündete sich zum einen daran, dass die Region zusätzliche Kosten von fast fünf Millionen Euro übernimmt, falls die bisher in den 87 bereits beschafften Fahrzeugen nicht funktionierenden Schiebetritte in den neuen Wagen ausgetauscht werden müssen. Zudem bezeichneten manche Regionalräte den Preis von mehr als acht Millionen Euro pro Fahrzeug als überhöht, vor einigen Jahren hatte der Hersteller noch 5,6 Millionen Euro verlangt. Die SPD, die wie alle anderen Fraktionen dem Kauf mangels Alternativen notgedrungen zugestimmt hatte, fordert nun, dass der Verband Region Stuttgart künftig mit anderen Aufgabenträgern im Nahverkehr kooperiert, wenn es um den Kauf von neuen S-Bahnen-Zügen geht.

„Die fortdauernden technischen und sonstigen Probleme und Ärgernisse mit den neuen S-Bahn-Fahrzeugen der Baureihe ET 430 von Bombardier zwingen den Verband neue Wege bei der Beschaffung von S-Bahnen zu gehen“, erklärte Thomas Leipnitz, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Regionalfraktion. Der Marktmacht von Monopolisten wie Bombardier müsse die Macht der Fahrzeugbesteller entgegen gesetzt werden. Im Vorfeld der nächsten Bestellungen soll der Verband deshalb mit anderen S-Bahnbetreibern ausloten, ob eine gemeinsame Fahrzeugbeschaffung möglich wäre. Der Verband musste die Wagen jetzt bestellen, da sie für Taktverbesserungen benötigt werden.

In der Debatte Anfang Dezember hatten auch die Fraktionschefs von Freien Wählern, Linken und FDP Bombardier scharf kritisiert. Kai Buschmann (FDP) forderte damals, der Verband solle sich in anderen Regionen umschauen, um „einen Wettbewerb bei den Anbietern“ zu schaffen.




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