Spielfigurenhersteller aus Schwäbisch Gmünd Warum Schleich das siebte Jahr in Folge wächst

Die Dino-Forschungsstation, die 2020 auf den Markt kam, war einer der Renner bei Kindern. Foto: Schleich
Die Dino-Forschungsstation, die 2020 auf den Markt kam, war einer der Renner bei Kindern. Foto: Schleich

Ob Pferde-Club oder Dschungelabenteuer mit Dinos – mit Spielzeugwelten und Spielfiguren, die ihren realen Vorbildern möglichst nah kommen, hat das Traditionsunternehmen Schleich Erfolg. Das Ziel für 2021 steht schon fest.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)
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Schwäbisch Gmünd - Schleich hat auch im vergangenen Jahr beim Umsatz zugelegt – um rund fünf Prozent und damit weniger als das ursprünglich geplante zweistellige Wachstum. Der Umsatz stieg um zehn Millionen auf 210 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon wird außerhalb Deutschlands erzielt. „Dies war branchenübergreifend ein besonderes Jahr, denn die Pandemie mit ihren eigenen Herausforderungen hat jeden betroffen – auch uns“, sagt Schleich-Geschäftsführer Dirk Engehausen.

Schließungen im Einzelhandel wirken negativ

Ein für die gesamte Spielwarenbranche positiver Effekt von Lockdown und Schulschließungen sei gewesen, dass Familien aktiv miteinander Zeit verbracht hätten – davon hat auch Schleich mit seinen Spielfiguren und Themenwelten vor allem bei jüngeren Kindern profitiert. Negativ wirkten sich dagegen die Schließungen des Einzelhandels vor allem in den umsatzstarken Zeiten wie vor Ostern und Weihnachten aus.

„Um gut durch die Krise zu kommen, haben wir einen klaren Fokus auf unseren eigenen Schleich-Online-Shop gelegt und sind hier überproportional stark gewachsen. Dieser Weg war so erfolgreich, dass einige unserer Produkte bereits Anfang Dezember ausverkauft waren“, sagt Engehausen.

Profitiert hat das Traditionsunternehmen aus Schwäbisch Gmünd auch von zweistelligen Wachstumsraten in den USA, Großbritannien und Frankreich. Die Internationalisierung soll weiter vorangetrieben werden. Das sei auch eine strategische Zielvorgabe für die Partnerschaft mit Partners Group, heißt es in einer Pressemitteilung. Schleich ist seit Sommer 2019 im Besitz der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Partners Group.

Präzisionsarbeit und Geduld sind gefragt

Auch das Thema Spielewelten spielt für Schleich eine immer wichtigere Rolle. Seit vergangenem Jahr können kleine Abenteurer in eine geheime Dino-Forschungsstation tief im Dschungel des Amazonas eintauchen. Auch Spielsets, bei denen die Rettung von Wildtieren im Fokus stehe, waren ein Schwerpunkt.

Das Unternehmen, das im Inland rund 450 Mitarbeiter beschäftigt, setzt auf möglichst detailgetreue Tierfiguren, die teils mit Vorlagen aus Fachbüchern erschaffen werden, teils werden auch Spezialisten aus zoologischen Gärten miteinbezogen. Wie lange das Modellieren dauert, hängt von der Figur ab. Geduld und Präzisionsarbeit sind gefragt: Ein Hund benötigt zwei, ein bis ins kleinste Rosshaar gestaltetes Pferd drei und ein Dinosaurier bis zu acht Wochen. Jedes Haar und jede Falte wird laut Unternehmen einzeln aufgetragen.

Rund 15 Prozent der weltweiten Produktion werden am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd hergestellt, der Rest im Ausland. Produktionsstätten für komplette oder teilweise Fertigung sind in Portugal, Bosnien, Moldawien, Rumänien, Tunesien und China. Der Großteil der Bemalung erfolgt im Ausland.

Für 2021 gibt sich Schleich-Chef Engehausen zuversichtlich und geht erneut „von einem signifikanten Wachstum und einer weiteren Umsatzsteigerung in den internationalen Märkten aus“.

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