Sponsorenaffäre bei der CDU Baden-Württemberg CDU Baden-Württemberg ist überrascht

„Früher haben wir unseren Landestag selbst bezahlt – genug Geld ist ja da“, sagt ein hochrangiges JU-Mitglied. Erst der jetzige, schon länger in der Kritik stehende Landeschef Nikolas Löbel habe das Sponsoring ausgeweitet. Auffällig sei, dass dieses Mal nur die Aserbaidschaner neben dem Stadionsponsor Wirsol auftauchten. Davor habe es mehr Sponsoren gegeben.

Überrascht zeigt sich auch die Mutterpartei. Weder die CDU Baden-Württemberg noch die Pressestelle sagen, sie hätten von dem Sponsoring etwas gewusst. Man habe die Junge Union „nun um Aufklärung und Information gebeten“.

JU-Chef Löbel hat das Engagement zu verantworten

Zu verantworten hat das Engagement JU-Landeschef Löbel. Doch auf die Fragen der StZ,warum es zu der Zusammenarbeit kam oder etwa zu der Höhe des finanziellen Beitrags aus Aserbaidschan, schweigt sich der 26-Jährige aus. Das Studentenwerk sei nur „einer von vielen Sponsoren“, teilt er mit. Nach StZ-Informationen kostet die JU ein Landestag mindestens 10.000 Euro. Löbel war auch JU-intern mehrfach auf das problematische Engagement hingewiesen worden, hat die Bedenken aber ignoriert.

Der wegen einiger Forderungen – wie die Rente ab 70, die Streichung von Lehrerstellen im Land und scharfer Kritik an Ex-Landeschef Mappus und Anette Schavan – ins Abseits geratene Jurastudent kämpft um sein politisches Überleben. Beim Landestag hat er mit der 31-jährigen Rechtsanwältin Maria-Lena Weiss eine Gegenkandidatin bekommen. Entsprechend ordnet er die Nachfragen als „erneute Angriffe gegen mich“ ein. Er sei „schockiert, in welcher Massivität hier eine Schlammschlacht geführt wird, um mir persönlich zu schaden.“

Sinsheim -

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