Stadt Ahlen pfändet Mops Mopsdame „Edda“ hätte versteigert werden müssen

Von red/dpa 

Die Mops-Misere hat jetzt in Nordrhein-Westfalen die landespolitische Ebene erreicht. Die gepfändete Hündin aus Ahlen hätte öffentlich versteigert werden müssen, sagt das Innenministerium. Der Verkauf lief aber über einen privaten Ebay-Account im Internet.

Nach der Pfändung und dem Verkauf einer Mops-Dame via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. Foto: dpa
Nach der Pfändung und dem Verkauf einer Mops-Dame via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. Foto: dpa

Berlin - Die westfälische Stadt Ahlen gerät wegen ihrer Pfändung eines Mopses immer stärker unter Druck. Die gepfändete und über Ebay verkaufte Mops-Dame hätte nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums öffentlich versteigert werden müssen. „Gepfändete Sachen sind auf schriftliche Anordnung der kommunalen Vollstreckungsbehörde öffentlich zu versteigern“, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstag auf dpa-Anfrage. Wer ein gepfändetes Tier auf einem privaten Ebay-Account anbiete, erfülle diese Voraussetzungen nicht. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtet.

Neue Besitzerin sieht sich getäuscht

Nach Angaben der Stadt Ahlen war der Mops von einer Familie gepfändet worden, die bei der Kommune hoch verschuldet ist. Ein Mitarbeiter der Stadt habe für „Edda“ über seinen privaten Ebay-Account 750 Euro verlangt, der Erlös sei etwas geringer ausgefallen und in die Stadtkasse geflossen. Zahlreiche Medien hatten über den Vorfall berichtet, der sogar international für Schlagzeilen sorgte und der Stadt massive Kritik einbrachte.

Die neue Besitzerin sieht sich getäuscht, der als gesund angepriesene Hund habe wegen einer Augenverletzung mehrere teure Operationen gebraucht. Ihr Anwalt habe „Strafanzeige wegen Betrugsverdacht gegen die Stadt Ahlen“ gestellt, zitierte das „Ahlener Tageblatt/Die Glocke“ (AT) (online) die Mops-Käuferin aus Wülfrath bei Wuppertal. Viele Leser hätten sich gemeldet, um der Familie, aus der die gut anderthalb Jahre alte „Edda“ gepfändet worden war, zu helfen, den Hund wieder zurückzubekommen. Laut AT will die Wülfratherin die junge Mops-Dame aber mit dem „Segen der Ahlener Familie“ behalten.