Stadt und Breuninger einigen sich Die Planung fürs Filmhaus in Stuttgart wird konkret

Sein Abriss rückt näher: Das Breuninger-Parkhaus wird dem Haus für Film und Medien und einem neuen Mobility Hub weichen. Foto: /Lichtgut/Leif Piechowski

Das Haus für Film und Medien wird jetzt konkret geplant. Weil dafür das Breuninger-Parkhaus weicht, regeln die Stadt und das Kaufhausunternehmen ihre Grundstücksbeziehungen neu. Danach fließen ein paar Millionen Euro.

Stuttgart - Das Projekt Film- und Medien-Haus kann in Angriff genommen werden. Die Stadträte haben es zunächst am Mittwoch im Verwaltungsausschuss durchgewinkt, am Donnerstag dann im Gemeinderat die Weiche gestellt. Nun ist der Weg frei, die im Architektenwettbewerb erfolgreiche Idee des Wiener Büros Deluga Meissl in konkrete Entwurfspläne umzusetzen.

 

Die Stadträte stehen sehr einmütig hinter dem Projekt eines baulich sehr offen gestalteten Gebäudes, das unten eine einladende Freitreppe und in den oberen Stockwerken Glasflächen und Leuchtschriften bekommt. Die Einrichtung, ein Ort für die Auseinandersetzung mit Medien und ein Treffpunkt, soll dort entstehen, wo heute das Breuninger-Parkhaus steht. Hinter dem Filmhaus wird die Wagnerstraße aus dem Bohnenviertel zur B 14 weitergeführt, dort beginnt dann ein Mobility Hub mit rund 520 Stellplätzen und diversen Mobilitätsangeboten und -einrichtungen. Er wird von Breuninger errichtet. Unterirdische Teile des bisherigen Parkhauses bleiben erhalten, darunter die Anbindung an die Breuninger-Passage unter der B 14. Allein das Haus für Film und Medien, das Ende 2026 fertig sein soll, dürfte 70 bis 80 Millionen Euro kosten.

Anfänglich Vorbehalte gegen Grundstücksdeal

Das Projekt wird nur möglich durch neue komplizierte Verträge zwischen der Stadt und der Firma Breuninger, die ihr Parkhaus bislang auf Pachtgelände der Stadt betreibt. Die Flächen soll nun vorzeitig an die Stadt zurückfallen, das Teilgrundstück für den künftigen Mobility Hub an Breuninger verkauft werden. Der Verkehrswert beträgt 17,1 Millionen Euro, der Verkaufspreis jedoch nur 7,39 Millionen. Das liegt daran, dass die Bauherrin Erschwernisse und Mehrkosten durch Vorgaben der Stadt haben wird. So sollen die oberen Geschosse der neuen Gebäude über zwei Seitenfahrspuren der B 14 ragen, weil die Straße in der Folge verschmälert werden soll, damit das Stadtzentrum und das Bohnenviertel besser verbunden werden. Außerdem wird beim Bau des Mobility Hubs ein Regenrückhaltebecken der Stadt angepackt und überbaut.

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Vor allem im Linksbündnis im Gemeinderat gab es Vorbehalte gegen den Grundstücksdeal, weil dieses Lager städtischen Boden künftig nur noch in Erbpacht abgeben will. Breuninger und die Stadtverwaltung halten ein erneutes Erbpachtverhältnis aber aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen für ausgeschlossen. Der Vertragsentwurf sieht allerdings, was eine Ratsmehrheit überzeugte, Vor- und Wiederkaufsrechte der Stadt vor. Nach Ablauf von 90 Jahren soll die Stadt ein „bedingungsloses Wiederkaufsrecht“ zum dann geltenden Verkehrswert haben.

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