Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt Förderung der Muttersprache

Die Griechin Eva Tsolakidou  liest in der Stadtteilbibliothek vor. Foto: Maira Schmidt
Die Griechin Eva Tsolakidou liest in der Stadtteilbibliothek vor. Foto: Maira Schmidt

In der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt gibt es regelmäßig eine deutsch-griechische Vorlesestunde. Das Ziel ist es, den in Deutschland geborenen Kindern die Muttersprache ihrer Eltern und Großeltern wieder näherzubringen.

Bad Cannstatt: Maira Schmidt (mai)
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Bad Cannstatt - Bei diesem Angebot geht es nicht um die Förderung der deutschen Sprache. Denn die sprechen die Kinder schon. Das Ziel des deutsch-griechischen Vorleseangebots in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt ist viel mehr, den Kleinen die Muttersprache ihrer Eltern und Großeltern näherzubringen.

Das Projekt wurde im April 2013 gemeinsam mit der Stuttgarter Initiative Kalimera Deutschland ins Leben gerufen. Regelmäßig wird seither nicht nur in der Stadtteilbibliothek an der Überkinger Straße, sondern auch in Untertürkheim, Vaihingen und Weilimdorf auf griechisch vorgelesen. Während sich das Angebot zunächst vor allem an Kinder im Grundschulalter richtete, kooperiert man in Bad Cannstatt seit diesem Jahr auch mit der Kindertagesstätte an der Helfergasse.

Anna Koktsidou von der Initiative Kalimera betont aber, dass es sich nach wie vor um ein offenes Angebot handele. „Das ist keine geschlossene Veranstaltung“, sagt sie. Alle Kinder sind willkommen.

Eine Brücke zwischen Kindern und Großeltern bauen

An diesem Freitagnachmittag machen es sich acht Kindergartenkinder in der Leseecke der Stadtteilbibliothek gemütlich, während die Vorlesepatin Eva Tsolakidou ihre Bücher zückt. „Wir wollen eine Brücke zwischen den Kindern, die hier geboren sind und ihren Großeltern bauen“, sagt die 68 Jahre alte Griechin, die bereits seit 1974 in Bad Cannstatt lebt. Eva Tsolakidou weiß wovon sie spricht. Sie hat selbst vier Enkelkinder, denen sie nur zu gerne vorliest. Wenn es sich um Bücher in griechischer Sprache handelt, wird die Oma aber auch schon mal zur Übersetzerin.

Das Vorleseangebot dient noch einem weiteren Zweck, wie Anna Koktsidou von Kalimera Deutschland erklärt. Für die Vorleseaktionen habe man bewusst Lokalitäten wie die Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt ausgewählt, die für jedermann zugänglich sind. Es sei eine Form von Wertschätzung, „wenn man in so einem Umfeld die Sprache hört“, sagt sie.

Ein ganz ähnliches Angebot für Kinder mit türkischer Muttersprache wird regelmäßig in der Außenstelle der Stadtteilbibliothek am Kneipweg angeboten.

Der nächste Termin für das deutsch-griechisches Vorlesen in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt ist am Freitag, 28. März, um 15 Uhr.




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