Stau im Stuttgarter Synergiepark Bürgermeister kontert Kritik am neuen Verkehrskonzept

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Die Fronten zwischen der Stuttgarter Stadtverwaltung und den Firmen im Synergiepark zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen scheinen verhärtet.

Die Stadt sei in direktem, persönlichen Austausch mit den Firmen vor Ort, beteuert Baubürgermeister Peter Pätzold. Foto: Leif Piechowski
Die Stadt sei in direktem, persönlichen Austausch mit den Firmen vor Ort, beteuert Baubürgermeister Peter Pätzold. Foto: Leif Piechowski

Vaihingen/Möhringen - Die Reaktion erfolgte prompt. In der vergangenen Woche hatte der Möhringer Unternehmer Andreas Lapp einen offenen Brief an Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Baubürgermeister Peter Pätzold geschrieben und diesen auch als Anzeige in den Medien veröffentlicht. Die Betreffzeile war eindeutig: „Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen in Gefahr! Ich bitte um Ihre Hilfe!“

Lapp kritisierte das von der Verwaltung vorgelegte neue Verkehrskonzept für den Synergiepark. In diesem schlagen die Experten vor, den ursprünglich geplanten, dreispurigen Ausbau der Nord-Süd-Straße zwischen Industriestraße und Vaihinger Straße zugunsten eines Radschnellwegs zu beerdigen. Der Unternehmer rechnet in diesem Fall mit noch mehr Staus und noch mehr Abgasen. So sinke die Attraktivität des Standorts.

Fachverwaltung möchte auch für Radler und Fußgänger Verbesserungen

Baubürgermeister Peter Pätzold erwidert nun: „Das Ziel der Landeshauptstadt ist es, den Verkehr in seiner Gesamtheit im Gebiet zu stärken und zu verbessern.“ Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen wie dem Ausbau der Knotenpunkte an der Nord-Süd-Straße und der Umgestaltung der Mittleren Industriestraße, der Ruppmannstraße und der Schockenriedstraße würden die Bedingungen für Autofahrer, Radler und Fußgänger verbessert.

Pätzold weist den Vorwurf zurück, dass die Planung der Stadt einen massiven Stauanstieg und eine Einschränkung der Erreichbarkeit des Standorts bedeuten würde. „Die Kritik berücksichtigt nicht die planerischen Aktivitäten, die seit geraumer Zeit stattfinden, um die verkehrliche Situation zu verbessern“, sagt er.

Positives Zwischenergebnis für eine mögliche Seilbahn

Nach Ansicht der Verwaltung erhöhe der Umbau der Knotenpunkte an der Nord-Süd-Straße in Verbindung mit zusätzlichen Abbiegespuren die Kapazität der Kreuzungen. Der Verkehr könne besser abfließen, die Staugefahr verringere sich. Darum sei in diesem Bereich eine Erweiterung der Fahrbahnen um eine dritte Spur nicht notwendig. Stattdessen sollen Fahrradfahrer künftig schneller und sicherer ans Ziel kommen. Dazu ist entlang der Nord-Süd-Straße ein Radschnellweg in Richtung Leinfelden-Echterdingen vorgesehen.

Für den Ausbau der Nord-Süd-Straße in Richtung A 8 braucht es ein Planfeststellungsverfahren. Dabei solle ergebnisoffen geprüft werden, welche Variante – zum Beispiel dreispurig oder vierspurig – die beste Lösung sei. Pätzold weist in seiner Erwiderung noch auf weitere Projekte hin, dank derer der Verkehr im Synergiepark besser fließen soll: So werde mit dem Ausbau des Bahnhofs Vaihingen zu einem Regionalbahnhalt der öffentliche Nahverkehr deutlich gestärkt. Die neue Linienführung der Buslinie 80 sei bereits umgesetzt. Und das Zwischenergebnis der Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn vom Eiermann-Campus über den Regionalhalt durch den Synergiepark sei „sehr positiv“, so der Bürgermeister.

Corona-Krise verzögert die Beschlussfassung

Pätzold erklärt auch, dass die aktuellen Pläne noch in den Bezirksbeiräten Vaihingen und Möhringen und in den gemeinderätlichen Gremien beraten werden würden. Dies verzögere sich jedoch wegen der Corona-Krise, die für Anfang April geplante Beschlussfassung sei verschoben worden.

Auch die Firmen vor Ort und deren Vertretung, die Wirtschafts- und Industrievereinigung, sollen bei den Vorberatungen der Maßnahmen eingebunden werden, betont Pätzold: „Die Stadt ist bisher schon in direktem persönlichen Austausch. Ich werde dies auch weiterhin so beibehalten, da ich diesen direkten Kontakt für konstruktiver und zielführender halte.“

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