Straßenbau im Stuttgarter Norden Stresemannstraße bleibt noch länger Baustelle

Von Eva Funke 

Die CDU im Bezirksbeirat kritisiert die unzureichende Straßenbeleuchtung und das Fehlen von Mülleimern an der Stresemannstraße. Sie will einen antrag für zusätzlichen Lampen und Abfalleimer stellen.

Der CDU-Bezirksbeirat Timo Haug kann es nicht fassen, dass sich der Umbau der Stresemannstraße so lange hinzieht. Foto: Eva Funke
Der CDU-Bezirksbeirat Timo Haug kann es nicht fassen, dass sich der Umbau der Stresemannstraße so lange hinzieht. Foto: Eva Funke

Stuttgart-Nord - Timo Haug steht kopfschüttelnd an der Stresemannstraße. Der CDU-Bezirksbeirat war davon ausgegangen, dass die 2,5 Millionen Euro teure Neugestaltung der Straße bis April abgeschlossen ist. Denn das teilte man ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen im Bezirksbeirat im vergangenen Jahr mit. Doch daraus wird nichts. Die sechs Monate, auf die die Bauzeit angesetzt war, ist fast vorbei – und die Straße erst knapp zur Hälfte fertig.

Bis jetzt erledigt worden ist die Neugestaltung von Fuß- und Radweg auf der Seite des Perkins Parks. Dort wurde die Straßenbeleuchtung an den Rand des Fußgängerwegs versetzt. Der Rad- und der Fußgängerweg wurden getrennt. Statt wie bisher einen gemeinsamen drei Meter breiten Weg haben die Radler jetzt 1,85 Meter und die Fußgänger 2,10 Meter für sich.

Noch nicht in Angriff genommen worden ist der Umbau der gegenüberliegenden Seite. Dort sollen die Radfahrer mit 1,85 Metern 15 Zentimeter mehr Platz als bisher bekommen. Die Fußgänger müssen mit 2,10 statt wie bisher mit drei Metern auskommen. Dafür veranschlagt waren ebenfalls drei Monate Bauzeit.

Schaden an Reifen und Felge durch losen Pflasterstein

„Wenn das so lange dauert wie der erste Bauabschnitt, sind die Arbeiten erst im Herbst beendet“, sagt Haug. Aber das ist nicht alles, was bei dem CDU-Mann auf Kritik stößt. Weil die Beleuchtung versetzt worden ist, falle auf den gegenüberliegenden Geh- und Radweg weniger Licht, hat er festgestellt. „Vor allem Frauen fühlen sich bei Dunkelheit nicht mehr sicher“, sagt Haug. Deshalb wollen er und seine Fraktion in einer der nächsten Bezirksbeiratssitzungen den Antrag stellen, auch dort Straßenlaternen zu installieren.

Ebenso beantragt werden soll, dass auf der Seite, an der der Perkins Park liegt, Mülleimer aufgestellt werden. Denn die Seite ist laut Haug nicht nur vermüllt, es liegen auch Glasscherben rum. „Die Perkins-Park-Besucher glühen häufig schon vor. So angetrunken lassen die Türsteher sie nicht in den Club. Und verärgert wie die Jugendlichen deshalb sind, schmeißen sie mit Flaschen rum. Im schlimmsten Fall fliegen die dann auch auf die Autos“, sagt Haug. Ob das durch Mülleimer verhindert wird, sei ungewiss. Aber vielleicht würde doch der eine oder andere seine Chips-Tüten, Papp-Verpackungen und Flaschen korrekt entsorgen.

Durch die Neuordnung fallen von 68 Stellplätzen 15 weg. Haug sieht darin ein weiteres Problem. Er fürchtet, dass die Autofahrer noch stärker als bisher zum Parken in die Wohngebiete ausweichen, statt wie politisch gewollt, mit Bus und Bahn zu den Veranstaltungen oder zum Perkins Park zu kommen.

Der Stuttgarter Domenico Schiavone hat noch ein ganz anderes Problem: Die Pflastersteine rund um die Straßenlaternen sind noch so locker, dass sie sich mit der Hand rausnehmen lassen. „Einer ist unter meinem Reifen gelegen. Jetzt sind ein Reifen samt Felge kaputt“, sagt der 55-jährige Alfa-Romeo-Fahrer. Er rechnet mit einer Schadenssumme von 600 bis 800 Euro und hofft, dass seine Versicherung dafür aufkommt.

Eine Sprecherin der Stadt erklärt die Verzögerung der Baumaßnahme damit, dass Leitungen zu hoch lagen, was Mehrarbeit verursacht habe. „Wir versuchen nun, diese Verzögerung zu kompensieren“, sagt sie. Außerdem versichert sie, dass die Lampen den gleichen Bereich wie vor den Baumaßnahmen ausleuchten, da die Lampen mit modernen LED-Leuchten ausgestattet seien. Was die Vermüllung angeht, wolle man die Situation beobachten und bei Bedarf handeln. Außerdem weist sie darauf hin, dass der Wegfall der 15 Parkplätze vom Bezirksbeirat abgesegnet worden sei, weil sich durch die Umgestaltung die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessere. „Besucherinnen und Besucher des Killesbergparks können auf den Parkplatz P 10 ausweichen. Dafür haben wir die Beschilderung in den vergangenen Wochen optimiert.“

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