„Students for Future“ Das läuft beim Hochschulstreik in Stuttgart

Von Siri Warrlich 

Ab diesem Montag ruft „Students for Future“ zu einer Woche Hochschulstreik auf. Auch einige Wissenschaftler aus Stuttgart unterstützen die Aktion. Was ist konkret geplant?

Der Campus der Uni Stuttgart in der Innenstadt Foto: Pressefotos Uni Stuttgart/Regenscheit
Der Campus der Uni Stuttgart in der Innenstadt Foto: Pressefotos Uni Stuttgart/Regenscheit

Stuttgart - Wer sich bei „Fridays for Future“ engagiert, geht meist noch in die Schule. Doch in dieser Woche sollen die Streiks für mehr Klimaschutz an die Hochschulen getragen werden. Die Initiative „Students for Future“, die Teil von „Fridays for Future“ ist, ruft Studierende bundesweit vom 25. bis zum 29. November dazu auf, Lehrveranstaltungen zu bestreiken und „stattdessen gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen die Klimakrise zu setzen“, wie es in dem Aufruf heißt. Lokale Ortsgruppen organisieren in der Woche eine „Public Climate School“ mit Vorträgen und Workshops rund um die Klimafrage.

Die Stuttgarter Ortsgruppe nennt sich „Campus for Future“. Einer der Organisatoren ist David Kopp. Der 25-Jährige studiert Softwaretechnik an der Uni Stuttgart. Kopp und seine Mitstreiter von „Campus for Future“ haben derzeit vier Veranstaltungen in der Streikwoche geplant – unter anderem ein Vortrag zu dem Thema „Menschheit am Scheideweg – Aussterben oder die Galaxie besiedeln?“ am Montagvormittag und ein Konzert am Donnerstagabend. Das komplette Programm kann man sich hier ansehen.

Stuttgarter Wissenschaftler unterstützen Aufruf

Für die Aktionswoche gibt es auch Rückendeckung aus der Wissenschaft. Rund 250 Wissenschaftler und Dozenten haben einen Aufruf zur Unterstützung des Hochschulstreiks unterzeichnet oder unterstützen ihn öffentlich. Darunter sind zehn Wissenschaftler, die in Stuttgart arbeiten. Eine Person auf der Liste heißt Lisa Neher. Die 33-Jährige ist Lehrbeauftragte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. „Hochschulen sollten nicht nur Wissen hervorbringen. Es wäre wichtig, dass sie wieder stärker zum Ort gesellschaftlicher Debatten werden“, sagt Neher. Deshalb unterstützt sie den Streikaufruf. Sie will ihre Seminare in der Streikwoche nicht ausfallen lassen, das würde aus ihrer Sicht nichts bringen. Thematisch will sie ihre Lehrveranstaltungen in der Woche aber auf den Klimawandel ausrichten.

Das plant auch Jan-Felix Schrape. Er lehrt am Institut für Sozialwissenschaften der Uni Stuttgart. „Aus allen gesellschaftlichen Gruppen heraus muss ein Zeichen gesetzt werden, dass es so nicht weitergehen kann. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung sind völlig unzureichend, um die Erderwärmung zu begrenzen“, sagt Schrape. Deshalb hat er den Unterstützer-Aufruf unterzeichnet. Schrape will versuchen, das Thema Klimawandel in dieser Woche in seine Seminare einzuweben. Unter anderem wird es in einem Seminar zu Techniksoziologie darum gehen, welchen ökologischen Fußabdruck große Online-Plattformen haben und wie viel Treibhausgas durch Serverfarmen entsteht. Insgesamt unterstützen den Aufruf der Wissenschaft zehn Wissenschaftler aus Stuttgart.

Globaler Klimastreik am 29. November

Von offizieller Seite sind an der Universität Stuttgart keine Veranstaltungen geplant, sagte ein Sprecher. Auch an der Uni Hohenheim sei nicht bekannt, dass Dozenten streiken werden. An der Hochschule der Medien waren im Pressebüro ebenfalls keine Veranstaltungen oder Streiks von Lehrenden bekannt.

Am Ende der Hochschulstreikwoche steht der nächste globale Klimastreik, den „Fridays for Future“ für den 29. November plant. Beim letzten Streik am 20. September demonstrierten bundesweit 1,4 Millionen Menschen. In Stuttgart gingen mehr als 20 000 Menschen auf die Straße. Wie schon beim letzten Mal wird es in der Landeshauptstadt wieder drei Treffpunkte für die Demonstration geben: am Hölderlinplatz, am Nordbahnhof und am Erwin-Schöttle-Platz. Dort sammeln sich die Teilnehmer ab 11.30 Uhr und ziehen um 12 Uhr los Richtung Hauptbahnhof. Dort ist nach Angaben von „Fridays for Future“ Stuttgart gegen 13.30 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant.