Studienratgeber für Eltern Das Kind will studieren? Fünf Fragen und Antworten

Eltern sollten ihren Kindern dabei helfen, sich einen Überblick über die Hochschullandschaft zu verschaffen. Foto: imago//Thomas Koehler

Die Wahl eines Studiengangs ist oft die erste große Entscheidung im Leben eines jungen Menschen. Wie Eltern ihren Nachwuchs unterstützen können – und was sie keinesfalls tun sollten.

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

In Deutschland gibt es etwa 18 000 Studiengänge. Da einen Überblick zu bekommen ist schwer. Zudem ist die Wahl eines Studiengangs oft die erste große Entscheidung im Leben eines jungen Menschen. „Da braucht das Kind Unterstützung, und diese wird meist auch wertgeschätzt“, sagt Ina Skalbergs von der Zentralen Studienberatung der Uni Stuttgart. Zusammen mit ihrem Kollegen Simon Demel hat sie einen Onlinetermin unter der Überschrift „Studieren für Eltern“ angeboten, damit auch Mama und Papa wissen, was für ihren Nachwuchs in dieser Phase wichtig ist.

 

Frage 1: Was heißt es, zu studieren?

„Studieren heißt lernen, neue Fähigkeiten zu erarbeiten, Wissen zu vertiefen – jeden Tag“, betont Skalbergs. Das bedeute, dass die Jugendlichen sich wirklich für das ausgesuchte Fach interessieren sollten. Die Rolle der Eltern sei es, diese Entscheidung positiv zu begleiten, das Kind zu ermutigen, sich zu informieren, ohne Druck auszuüben, sagt Skalbergs. Letztlich müsse der Nachwuchs selbst eine Wahl treffen und dürfe sich nicht von anderen beeinflussen lassen. Mindestens ein Jahr vor Beginn des Studiums sollten Kinder und Eltern anfangen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Frage 2: Was ist das Bachelor-Master-System?

Seit der Bologna-Reform untergliedern sich die meisten Studiengänge in sechs Semester bis zum Bachelor und weitere vier Semester bis zum Master. Anschließend ist eine Promotion möglich. Skalbergs rät, auf die Studienverlaufspläne zu schauen. Denn gerade am Beginn des Studiums seien die Wahlmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Veranstaltungen oft geringer als gemeinhin angenommen. Beispielsweise stecke in Natur- und Ingenieurwissenschaften viel mehr Mathematik, als vielen klar sei.

Frage 3: Welcher Hochschultyp ist der richtige?

Auch die Frage nach dem richtigen Hochschultyp ist wichtig. Universitäten richten ihren Fokus auf Theorie und Forschung, Studierende müssen viel eigenverantwortlich lernen. An Hochschulen für angewandte Wissenschaften und an Dualen Hochschulen spielt die Praxis eine größere Rolle, das Lernen ist stärker strukturiert. Ina Skalbergs betont: „Bei der Wahl des Hochschultyps geht es nicht um besser oder schlechter, sondern um die Frage, wie ein Kind am besten lernt und wo es sich am wohlsten fühlt.“

Frage 4: Was ist, wenn das Kind Angst vor der Entscheidung hat?

Auch wenn man sich ausführlich informiere, bleibe immer ein Restrisiko, dass es am Ende doch nicht die richtige Entscheidung ist. Darum sei es gut zu wissen, das auch innerhalb des Systems Kursänderungen möglich seien. „Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Das sollten Eltern ihren Kindern klarmachen“, so der Tipp der Studienberaterin.

Frage 5: Welche Fristen gelten für die Bewerbung?

Ist die Wahl getroffen, sollte man sich schleunigst mit den Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen auseinandersetzen. In einigen Studiengängen sind ausreichend Plätze vorhanden, sodass alle Interessierten versorgt werden können.

Wo das aber nicht der Fall ist, gilt ein Zulassungsverfahren mit Auswahlkriterien. Dann spielt unter anderem die Abi-Note, der sogenannte Numerus clausus (NC), eine Rolle. Hinzu kommen meist noch weitere Kriterien. So kann es Extrapunkte geben, wenn man ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert hat oder Berufserfahrung mitbringt.

Zu den Zulassungsvoraussetzungen können auch Vorpraktika, Eingangsprüfungen oder Arbeitsmappen zählen. Die Bewerbungsfrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge endet am 15. Juli, die für zulassungsfreie Studiengänge am 15. September. Darum gilt für Ina Skalbergs: „Die Studienorientierung beginnt jetzt.“

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