Stuttgart 21 Ausstellung zu S 21 schrumpft auf die Hälfte

Von Konstantin Schwarz 

Die Landeshauptstadt gibt 500 000 Euro für den neuen Pavillon, der 2019 an Gleis 16 aufgebaut werden soll.

Der neue Hauptbahnhof nimmt langsam Gestalt an. Die Ausstellung zum Projekt wird verlegt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Der neue Hauptbahnhof nimmt langsam Gestalt an. Die Ausstellung zum Projekt wird verlegt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart. - Die vom Verein Bahnprojekt Stuttgart–Ulm betriebene Dauerausstellung zu Stuttgart 21 muss wandern. Da der Bonatz-Bau komplett umgebaut wird, steht der Bahnhofsturm ab Mitte 2019 nicht mehr zur Verfügung. Die Schau soll in einem vierstöckigen, 26 Meter hohen Pavillon an Gleis 16 neu entstehen. Er wird 3,4 Millionen Euro kosten. Land, Stadt und Verband Region Stuttgart sollen sich mit je 500 000 Euro beteiligen.

Vereinssprecher David Bösinger stellte den Neubau und das Konzept am Dienstag im Unterausschuss Stuttgart 21 des Gemeinderates in groben Zügen vor. Da mit 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche voraussichtlich von August oder September 2019 an nur noch die Hälfte der bisherigen Fläche zur Verfügung stehe, setze der Verein verstärkt auf multimediale Technik sowie Filme und weniger auf ausladende Exponate. Neben der Ausstellung werden auch weiterhin Führungen angeboten, 2018 werde man die Zahl von rund 2000 Führungen erreichen, so Bösinger.

Auch Städtebau wird gezeigt

In der neuen Ausstellung sollen auch das Rosenstein-Städtebauprojekt und die Internationale Bauausstellung (IBA) thematisiert werden können, es sei eine „gemeinsame Ausstellung“, betonte Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne). Einzig Thomas Adler, Sprecher der Fraktion SÖS/Linke-plus, kritisierte als Stuttgart-21-Gegner die Pläne scharf. Die Ausstellung sei schon bisher „kein Ort der seriösen Auseinandersetzung mit dem Projekt“, das Stuttgart „großen Schaden“ bringe. Jeder kritische Blick fehle in der Ausstellung.

Auch die Pläne zur Gestaltung des Bahnhofsdachs (Straßburger Platz, künftig Manfred-Rommel-Platz) kritisierte Adler. Der Platz setze die „menschenfeindlichen Monstrositäten“ des Europaviertels fort. Veranstaltungen sollen auf dem Platz nicht stattfinden, darauf haben sich Stadt und Bahn AG geeinigt. Die Stadt will auf dem Dach einen Belag aufbringen, der qualitativ besser ist als bisher vereinbart. Das kostet 200 000 Euro extra. Die Bahn stelle das Dach der Allgemeinheit zur Verfügung, sie könne den Betrieb einschränken, eine Sperrung sei aber nur mit Vorankündigung von einem Monat möglich. Kommende Woche will Pätzold dem Gemeinderat den entsprechenden Vertrag vorlegen. Allerdings müsse auch noch mit dem Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven über die Änderung gesprochen werden, er hat das Urheberrecht am Gebäude.

Gegner kommen nicht zu Wort

Mit den Stimmen von CDU, SPD, Freien Wählern und des Einzelstadtrats Walter Schupeck lehnte der Ausschuss einen Antrag von SÖS/Linke-plus ab. Die Fraktion wollte zwei Projektgegner über die „Überflutungsgefahren der Innenstadt und des Hauptbahnhofs durch Stuttgart 21“ referieren lassen. In den Wänden des Tiefbahnhofs gibt es Öffnungen, die bei extremem Wasserandrang eine Flutung ermöglichen, ansonsten könnte das Gebäude auftreiben. Die Debatte bringe einen „in der Sache keinen Schritt weiter“, so Hans H. Pfeifer für die SPD. Jochen Stopper (Grüne) sagte, diese Fragen seien bereits in der S-21-Schlichtung diskutiert worden. Antragsteller Thomas Adler verwies darauf, dass auch andere Initiativen wie Vertreter des Vereins Aufbruch in anderen Ausschüssen zur Stadtplanung zu Wort kämen.