Stuttgart 21 Der Abriss des Südflügels geht weiter

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Die Stabilität des Bahnhofsdachs ist nach der Beschädigung eines Pfeilers überprüft worden. Die Bahn setzt die Bauarbeiten am Südflügel. fort.

Wegen der Beschädigungen am Bahnsteigdach ruhten die Abrissarbeiten am Südflügel. Sie können nun fortgesetzt werden. Foto: 7aktuell.de 317 Bilder
Wegen der Beschädigungen am Bahnsteigdach ruhten die Abrissarbeiten am Südflügel. Sie können nun fortgesetzt werden. Foto: 7aktuell.de

Stuttgart - Die Kräne bewegen sich wieder, die Bagger rollen: Die Bauarbeiten zum Abriss des Bahnhofsüdflügels am Bonatzbau gehen weiter. Sie waren aufgrund einer Panne am 19. März gestoppt worden. An jenem Montagnachmittag hatte ein Bagger auf der Baustelle für Stuttgart 21 eine Stütze des Bahnhofsdachs beschädigt. Das Dach senkte sich daraufhin, die Bahn ließ die Gleise 15 und 16 aus Sicherheitsgründen sperren. Die Prüfstatiker haben am Mittwoch die Baustelle freigegeben. Durch die eingebauten Stahlstützen an der beschädigten Stelle sei das Bahnhofsdach ausreichend stabilisiert. Die Gleise sollen voraussichtlich am Donnerstag wieder genutzt werden können, so ein Sprecher des Projekts Stuttgart 21.

Spekulationen in Internetforen

Da die Baumaschinen bereits in der vergangenen Woche nicht geruht hatten, wurde in Internetforen spekuliert, der Abriss gehe weiter – entgegen der Aussage einer Bahn-Sprecherin in der vergangenen Woche, wonach der Fortgang auf unbestimmte Zeit aufgeschoben sei. Die Baumaschinen seien jedoch lediglich eingesetzt worden, um den angefallenen Schutt abzuräumen, so der Projektsprecher.

Der Zwischenfall hat unterdessen einen Kritiker auf den Plan gerufen, der durch den Schaden nicht nur die Statik des Dachs im Bereich der Gleise 15 und 16, sondern die gesamte Konstruktion gefährdet sieht. Der Rechtsanwalt hat seine Bedenken dem Eisenbahnbundesamt mitgeteilt. Seiner Ansicht nach habe die Dachkonstruktion durch die fehlenden Seitenflügel an Stabilität verloren. Mit historischen Aufnahmen habe er nachvollzogen, so der Anwalt, dass die Gebäuderiegel zuerst gebaut wurden, das Dach später. Die Stützen des Dachs hätten durch die Wände des Südflügels zusätzliche Stabilität erhalten, die ihnen nun fehle. Zudem habe das Dach seitlich keinen Schutz gegen starken Wind, da die Seitenflügel fehlen. „Da die Statiker eine Freigabe erteilt haben, gehen wir davon aus, dass das Dach auch ohne die Seitenflügel stabil ist“, hielt der Bahn-Sprecher dem entgegen.

Abrisspanne führt zu keinen weiteren Verzögerungen

Um den Rest des Südflügels am denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude abzureißen, brauche das beauftragte Unternehmen voraussichtlich noch drei bis vier Wochen. Laut der Bahn ergebe sich durch die Zwangspause nach der Panne mit dem Stützpfeiler keine zusätzliche Verzögerung für das Gesamtprojekt. Die Bahn räumt für den Bau des umstrittenen Projekts Stuttgart 21 inzwischen einen Verzug von einem Jahr ein. Demnach sollen der Tiefbahnhof und die Strecke nach Ulm erst Ende des Jahres 2020 statt – wie ursprünglich geplant – im Dezember 2019 fertig sein.

// Fotos vom Abriss unter www.stuttgarter-zeitung.de/fotos