Stuttgart 21 50 Millionen Euro kostet der Erhalt des Gebäudes

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50 Millionen Euro investiert die Bahn in die sogenannte Unterfangung des Gebäudes, das auch schon mal Interimsrathaus gewesen ist. Michael Pradel deutet immer wieder an, dass ihm auch ein anderer Verwendungszweck für diese Summe eingefallen wäre. Aber einen Abriss des Gebäudes, das sich vorübergehend unter dem Label H 7 in der Zwischennutzungsszene und als Heimstatt des Clubs Rocker 33 einer gewissen Beliebtheit erfreute, wollte die Stadt nicht mittragen. Insbesondere der damalige Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) machte sich für den Erhalt stark, als die Bahn während des Planungsprozesses laut über einen Komplettabriss nachdachte. Nun wird der Tunnel eben aufwendig unter die schwebende Bahndirektion gebaut.

Geregelt ist der Umgang mit dem Gebäude auch in der Baugenehmigung des zentralen Abschnitts von Stuttgart 21. „Der Teilerhalt des Gebäudes ist jedoch technisch möglich, wenn auch mit erheblichem bautechnischem und finanziellem Aufwand, so dass es der Vorhabenträgerin zuzumuten ist, das Stadtbild prägende Hauptgebäude des Bahndirektionsgebäudes zu erhalten“, heißt es in dem im Januar 2005 erlassenen Beschluss des Eisenbahn-Bundesamtes.

Vermessungsgeräte überwachen das Gebäude

Dass dieser Erhalt ohne größere Schäden am Gebäude erfolgt, darüber wachen laufend mehrere automatisierte Vermessungsgeräte. „Wenige Millimeter“ habe der Komplex sich bewegt, sagt Pradel. Erlaubt gewesen wären sogar bis zu fünf Zentimeter. In den über dem Keller liegenden Geschossen blieb weitestgehend alles beim Alten. Lediglich einige Wände habe man mit einem sogenannten Erdbebenputz verstärkt. Durchs Erdgeschoss laufen vorübergehend Fernwärme- und Elektroleitungen, die dem Tiefbau rund ums Gebäude haben weichen müssen.

Während die Gebäudeflügel sowie der rückwärtige Trakt längs der Jägerstraße unwiederbringlich abgerissen sind, ist der dem Hauptbahnhof zugewandte Portikus des Haupteingangs demontiert. Er lagert zerlegt und geschützt unter dem im Rohbau bereits fertiggestellten Sulzbachviadukt bei Denkendorf im Kreis Esslingen. Wenn die Tunnelbauer abgerückt sind, wird der stattliche Vorbau wieder an seinen alten Platz gebracht.