Stuttgart 21 Grüne-Politiker wegen Gäubahn über Kreuz

Von mil 

Der Stuttgarter Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) weist die Vorschläge seines Parteifreunds Matthias Gastel zur Gäubahn scharf zurück.

Die Strecke der Gäubahn im Stuttgarter Norden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Strecke der Gäubahn im Stuttgarter Norden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Zwei Grüne sind sich wegen der Gäubahn nicht grün: Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold widerspricht seinem Parteifreund Matthias Gastel, dem bahnpolitischen Sprecher der Fraktion im Bundestag. Der hatte angesichts einer längeren Unterbrechung der Gäubahn im Talkessel im Zuge der Arbeiten für Stuttgart 21 gefordert, die Eingriffe so zu gestalten, dass die Züge aus der Schweiz, dem Schwarzwald und vom Bodensee auch dann noch in den oberirdischen Hauptbahnhof einfahren können, wenn die Tiefstation in der City zwar schon in Betrieb, die Führung der Gäubahnzüge über den Flughafen ins Zentrum aber noch nicht möglich ist.

Im Landesverkehrsministerium befürchtet man, dass diese Interimsphase bis zu drei Jahre dauern könnte, bei der Bahn will man dieses allerdings nicht bestätigen und verweist auf das eben erst angelaufene Genehmigungsverfahren für den Gäubahnhalt am Flughafen.

Rathaus betont die Bedeutung des Rosensteinviertels

Käme es so, wie Gastel es fordert, müsste die Stadt nochmals länger auf die von ihr so dringend benötigten Flächen am Bahnhof warten, die sie im Jahr 2001 für einen dreistelligen Millionenbetrag erworben hat, um dort Städtebau zu betreiben. Entsprechend fällt die Reaktion im Rathaus auf den Vorstoß des Bundestagsabgeordneten aus Filderstadt (Landkreis Esslingen) aus. Die Stadt weise „diese Überlegungen zurück, da sie die frei werdenden Flächen bebauen will“. Baubürgermeister Pätzold: „Das Rosensteinviertel ist zentral für die Stadtentwicklung. Hier werden wir keine Abstriche machen. Das hat auch der Gemeinderat so beschlossen.“ Der Grüne erinnert zudem daran, dass Bahn, Stadt, Land und Verband Region Stuttgart Interimslösungen untersuchen lassen, so etwa einen neuen Bahnsteig beim Nordbahnhof, den die Züge aus dem Südwesten über die Panoramastrecke erreichen können. Die Stadt habe ein hohes Interesse an guten Verkehrsangeboten und Verknüpfungen gerade auch für die Gäubahn, so Pätzold.

Unwägbarkeiten am Flughafen

Grund für den Streit sind die Unwägbarkeiten, mit denen Stuttgart 21 rund um den Manfred-Rommel-Airport behaftet ist. Dort soll zum einen ein neuer Regional- und Fernbahnhof unter der Messepiazza entstehen. Für die Gäubahnzüge wird die bestehende S-Bahn-Station um ein drittes Gleis erweitert. Die Bahn hatte im Jahr 2015 dieses Vorhaben zweigeteilt. Die erweiterte S-Bahn-Station sollte demnach bis zu drei Jahre nach dem neuen Filderbahnhof in Betrieb gehen. Und der soll – zusammen mit Stuttgart 21 – im Jahr 2025 fertig werden.